Der HSV hat gegen Eintracht Frankfurt die zweite Pleite binnen fünf Tagen kassiert. Nach dem Pokalaus verloren die Hanseaten auch in der Bundesliga mit 1:3.
Früh belohnte sich die SGE für einen couragierten Auftritt und ging durch ein Eigentor von Warmed Omari (10.) folgerichtig mit 1:0 in Führung. Im Anschluss steigerte sich die Mannschaft von Merlin Polzin allerdings merklich und kam nach einer unzureichend geklärten Flanke durch Terem Moffi (14.) zum 1:1.
Bitter: Den Start in die zweite Halbzeit verschlief der HSV erneut. Daniel Heuer Fernandes ließ einen Kopfball von Lilian Brassier in die Mitte abprallen, worauf Raphael Onyedika (47.) aus kurzer Distanz zum 2:1 abstaubte. Mitte des zweiten Durchgangs erhöhte Younes Ebnoutalib (69.) nach einem kapitalen Ballverlust von Shafiq Nandja. Die Rothosen warfen in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, vergaben dabei jedoch reihenweise beste Gelegenheiten. Letztlich setzte es also eine 1:3-Niederlage, bei der nur wenige Hamburger zu überzeugen wussten.
Der HSV gegen Frankfurt in der Einzelkritik:
Daniel Heuer Fernandes: Im Eins-gegen-Eins mit Younes Ebnoutalib ein erstes und gegen einen Kopfball von Robin Koch ein zweites Mal stark zur Stelle. Darf den Ball vor dem 1:2 aber unter keinen Umständen in die Mitte abwehren. Note: 3-
David Möller Wolfe: Kommt auf der ungewohnten rechten Seite immer besser zurecht. Eine grundsolide Leistung ohne die ganz großen Highlights. Note: 3-
Shafiq Nandja: Macht, was ein junger Innenverteidiger nun einmal macht: Fehler. Das unglücklicherweise in einer deutlich zu hohen Regelmäßigkeit. Sein Ballverlust vor dem 1:3 ist schlichtweg nicht zu entschuldigen. Eine erneut gute Zweikampfbilanz kann das nicht kaschieren. Note: 5
Jordan Torunarigha: Erlebte eine komplizierte Rückkehr und gab vor dem 0:1 keine gute Figur ab. Im anspruchsvollen Duell gegen SGE-Sturmtank Ebnoutalib anschließend aber verbessert. Note: 4+
Warmed Omari: War beim frühen Rückstand der Pechvogel, als er eine Hereingabe unter höchster Bedrängnis von Ebnoutalib klären wollte, den Ball allerdings ins eigene Tor beförderte. Kurz vor dem Abpfiff traf er auf der anderen Seite des Feldes nur die Latte. Note: 4

Louis Lemke (bis 63.): Besaß mit dem Zuspiel auf Flankengeber Muheim einen kleinen Anteil am 1:1 und erledigte seine Hausaufgaben auch darüber hinaus mit einer bemerkenswerten Reife. Nach der Pause aber mit mehr Problemen und nach 63 Minuten schließlich durch El Ouahdi ersetzt. Note: 2-
Sambi Lokonga: Ließ Fares Chaibi vor dem 0:1 in seinem Rücken entwischen. Hinzu kamen nur wenige auffällige Momente im eigenen Ballbesitz. Insgesamt längst noch nicht die dominante Figur der Vorsaison. Note: 4
Miro Muheim: Leistete sich einen schlimmen Fehlpass, der zu einer Großchance von Ebnoutalib führte. Positiv: Seine Flanke leitete wenig später das 1:1 ein. Auch seine Standardsituationen sorgten immer wieder für Gefahr. Alles in allem der Beste im Mittelfeld-Zentrum. Note: 3-
Martin Adeline: Besaß wichtige Defensivmomente und rettete vor allem Mitte der ersten Halbzeit gegen Ritsu Doan in höchster Not. Seine offensive Wirkungslosigkeit zieht sich auf der anderen Seite wie ein roter Faden durch die Saison. War der Meinung, vor dem 1:3 gefoult worden zu sein und echauffierte sich darüber lautstark. Note: 4-
Albert Grønbaek (bis zur 88.): Legte vor dem Ausgleichtor clever auf Moffi quer. Kurz vor der Pause allerdings viel zu eigensinnig, als er Muheim bei einem Konter übersah. Ist und bleibt trotzdem der klare Fixpunkt der HSV-Offensive und gefiel auch auch im zweiten Durchgang wiederholt mit guten Momenten. Note: 3+
Terem Moffi (bis 63.): Traf in klassischer Stürmermanier zum 1:1. Anderweitig konnte er jedoch kaum Einfluss auf die Begegnung nehmen. Nach 63 Minuten und einer insgesamt kräftezehrenden Englischen Woche war frühzeitig Schluss. Note: 3
So spielten die HSV-Joker:
Zakaria El Ouahdi (ab 63.): Legte in den letzten 30 Minuten eine hohe Aktivität an den Tag und dürfte gegen Borussia Mönchengladbach wieder in der Startelf stehen. Note: Ohne Bewertung
Patson Daka (ab 63.): Lieferte wie schon im Pokal eine engagierte Jokerleistung ab und besaß mehrere Szenen im Frankfurter Strafraum. Note: Ohne Bewertung
Kofi Amoako (ab 80.): Blieb in den Schlussminuten ohne nennenswerte Szene. Note: Ohne Bewertung.
Alexander Røssing-Lelesiit (ab 80.): Hatte nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung die große Chance auf den Anschlusstreffer. Wusste zudem mit starkem Engagement zu gefallen und prüfte Noah Atubolu ein weiteres Mal. Note: Ohne Bewertung
Otto Stange (ab 88.): Verzweifelte im Anschluss an eine Ecke ebenfalls am herausragenden Atubolu. Note: Ohne Bewertung

