Mit der Einführung des „Supporters Trust“ begibt sich der HSV auf sportwirtschaftliches Neuland. Nun kommen weitere Einzelheiten ans Licht.
Die Genossenschaft, deren Gründungsversammlung am 5. Mai im Volkspark stattfinden soll, sei laut Vereinspräsident Henrik Köncke „bislang einmalig im Profifußball“. Ziel ist es, die eigenen Anhänger strukturell am Verein zu beteiligen und gleichzeitig wichtige Infrastrukturprojekte voranzutreiben.
„Es ist eine wesentliche Grundlage für alles, was wir jetzt tun“, erklärte Köncke im Interview mit HSV.de. Über Monate hinweg wurde das Projekt in einer Arbeitsgruppe entwickelt. Im Kern steht der Wunsch vieler Fans, „sich an dem eingeschlagenen Weg noch aktiver zu beteiligen und neben der Mitgliedschaft auch auf struktureller Ebene mitzuwirken.“

Zahlreiche HSV-Legenden sind an Bord!
Ein starkes Signal geht dabei aus der Mannschaft selbst hervor. Chefcoach Merlin Polzin, Teile seines Trainerteams sowie mehrere Profis zählen zu den rund 100 Gründungsmitgliedern. Mit einem Mindestbeitrag von 887 Euro sichern sie sich Genossenschaftsanteile und werden damit indirekt zu Anteilseignern ihres eigenen Vereins.
Polzin selbst beschreibt die Dynamik innerhalb des Teams so: „Als uns die Projektleiterin des Supporters Trust die gesamte Idee vom Auftrag bis zur bevorstehenden Gründung vor einigen Wochen in der Kabine vorgestellt hat, war dieses Gefühl von ‘zusammen erreichen wir mehr‘ sofort da.“ Dass sich so viele beteiligen, sei ein klares Zeichen, „dass wir uns auch neben dem Platz einbringen wollen.“
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Neben aktuellen Akteuren unterstützen auch Vereinslegenden und Fanvertreter das Vorhaben. Als Beispiel nannte Köncke Horst Hrubesch, David Jarolim, Collin Benjamin und Vize-Präsidentin Laura Ludwig. „Die große Bandbreite der Unterstützung ist tatsächlich besonders. So vielseitig wie unser Verein ist, so divers ist auch das Bekenntnis zum Supporters Trust“, freut sich der Präsident.
Nach der formellen Gründung soll das eingesammelte Kapital gezielt in Infrastrukturprojekte wie den geplanten Ausbau des Volksparkstadions fließen. „Dazu zählen unter anderem eine erhöhte Kapazität, erweiterte sanitäre Anlagen, eine Verbesserung der Sichtverhältnisse und des Caterings. Nach den entsprechenden Genehmigungen soll mit der Kapazitätserweiterung unmittelbar begonnen und im Laufe der kommenden Saison eine Kapazität von mehr als 58.000 Fans im Volksparkstadion erreicht werden“, so Köncke. „Perspektivisch könnten es mehr als 60.000 Plätze werden.“

