Die Hoffnung auf einen weiteren HSV-Teilnehmer bei der WM lebte bis zuletzt. Doch nun herrscht bittere Gewissheit.
Seit Donnerstagabend ist klar, dass Nicolás Capaldo nicht zum argentinischen Kader gehören wird. Der HSV-Profi hatte sich in den vergangenen Wochen noch berechtigte Chancen auf eine späte Nachnominierung ausgerechnet, doch Nationaltrainer Lionel Scaloni entschied sich letztlich gegen den Bundesliga-Legionär.
Auslöser war die Verletzung von Innenverteidiger Leonardo Balerdi, die einen Platz im WM-Kader frei machte. Zudem hatten auch andere Spieler wie Rechtsverteidiger Gonzalo Montiel mit hartnäckigen Verletzungsproblemen zu kämpfen. Für Capaldo schien sich damit noch einmal eine Tür zu öffnen. Schließlich hatte der 27-Jährige überraschend den Sprung in den erweiterten Kader der Albiceleste geschafft und vor wenigen Tagen sogar sein Debüt im Nationalteam gefeiert.
Doch statt des Hamburgers erhielt Marcos Senesi den Zuschlag für das Turnier in Nordamerika. Auch die angeschlagenen Wackelkandidaten sind allesamt wieder auf den Beinen und Scaloni zufolge bereit für die WM.

Starke HSV-Saison reicht nicht für die WM
Für Capaldo ist das eine bittere Nachricht. Bis zuletzt durfte er sich berechtigte Hoffnungen machen, den letzten freien Platz im Kader zu ergattern. Beim Testspiel gegen Honduras sammelte er seine ersten Minuten im Trikot Argentiniens und erfüllte sich damit einen ganz persönlichen Traum. Auch wenn sein Einsatz nur von kurzer Dauer war, zeigte die Einladung zur Nationalmannschaft, welche Entwicklung der Defensiv-Allrounder in den vergangenen Monaten genommen hat.
Beim HSV zählt Capaldo zu den absoluten Schlüsselspielern. Ursprünglich als Achter eingeplant, überzeugte er in der vergangenen Saison vor allem als Innenverteidiger. Seine kompromisslose Spielweise, sein Einsatzwille und seine Vielseitigkeit machten ihn im Volkspark schnell zu einem Publikumsliebling.
Dass es am Ende nicht für die WM reicht, dürfte dennoch schmerzen. Spätestens nachdem Capaldo beim letzten Test gegen Island (3:0) die komplette Partie auf der Bank verbrachte hatte, verdichteten sich die Anzeichen, dass Scaloni andere Optionen bevorzugen würde. So ist es auch gekommen.

