Das Nein zur Olympiabewerbung hat in Hamburg viele Projekte ins Wanken gebracht. Eines davon betrifft den HSV ganz unmittelbar.
Denn mit dem gescheiterten Referendum stellt sich nun mehr denn je die Frage: Was wird aus den Stadionplänen im Volkspark? Fest steht, dass die Idee eines modernen Neubaus durch das Olympia-Aus nicht automatisch vom Tisch ist.
Im Gegenteil. Zwar wäre das neue Stadion ursprünglich eng mit den Planungen für mögliche Sommerspiele verknüpft gewesen. Vorgesehen war eine multifunktionale Arena, die zunächst für Leichtathletik-Wettbewerbe und anschließend als Fußballstadion für den HSV nutzbar gewesen wäre. Doch schon früh war das Projekt nicht ausschließlich als Olympia-Baustein gedacht.
Der HSV selbst beschäftigt sich schon länger mit der Zukunft seines Stadions. Hintergrund ist vor allem der bauliche Zustand der Arena. Der Volkspark gilt bis zur Saison 2050/51 zwar weiterhin als nutzbar, laut Hamburger Abendblatt dürfte ein Neubau aber spätestens ab den 2040er-Jahren wirtschaftlich sinnvoller werden als immer neue Instandhaltungsmaßnahmen.

Wie soll das neue HSV-Stadion finanziert werden?
Genau deshalb dürfte das Thema trotz des gescheiterten Referendums bestehen bleiben. Hamburgs Sport- und Innensenator Andy Grote hatte zuletzt bereits betont, dass das Stadionprojekt grundsätzlich auch ohne Olympia realisiert werden könne. Entscheidend wäre dafür allerdings die Finanzierung.
Und genau dort liegt nun die größte Herausforderung. Ohne den olympischen Rahmen dürfte es deutlich schwieriger werden, ein tragfähiges Modell auf die Beine zu stellen. Das gilt insbesondere mit Blick auf Investoren und private Kapitalgeber.
Für den HSV verändert sich damit vorerst vor allem der Zeithorizont. Akuter Handlungsdruck besteht nicht. Das Volksparkstadion bleibt auch in den kommenden Jahren die Heimstätte des Vereins.

