Am Samstagabend absolvierte der HSV sein erstes Vorbereitungsspiel. Bei Rapid Wien drehte er zwar einen Rückstand, musste sich aber dennoch geschlagen geben.
Vor Beginn zelebrierten die Fans des österreichischen Rekordmeisters das 10-jährige Bestehen des Allianz-Stadions – im Volksmund nur Weststadion gerufen. Sie durften gleich weiterfeiern. Nicht einmal 180 Sekunden waren vorüber, als Ercan Kara infolge eines Freistoßes aus dem Halbfeld recht unbedrängt per Kopf aus kurzer Distanz zum 1:0 vollendete.
Der HSV – ohne angeschlagene Stammkräfte wie den durch den 17-jährigen Elias Lathi ersetzten Daniel Heuer Fernandes, Albert Sambi Lokonga oder dem noch im Urlaub weilenden Miro Muheim angetreten – schüttelte sich kurz und übernahm dann die Kontrolle über das Geschehen. In der 16. Minute erreiche eine maßgenaue Flanke von Bakery Jatta den ebenfalls ungestörten Yussuf Poulsen, der die Kugel unter die Latte wuchtete – 1:1. Der Kapitän erwies sich insbesondere im Pressing als Aktivposten, bis zu seiner von vornherein geplanten Auswechslung nach einer knappen Stunde.

HSV gibt Partie binnen einer Minute aus der Hand
Auch im eigenen Ballbesitz wussten die von rund 1.000 Anhängern begleiteten Hanseaten durchaus zu gefallen. Einen zielstrebig vorgetragenen Angriff verwertete Albert Grønbaek per Flachschuss ins lange Eck zum 1:2 (24.). Die Führung gab der HSV allerdings schnell wieder aus der Hand. Kara beförderte einen auf den ersten Pfosten geschlagenen Eckball über die Linie – 2:2 (35.). Keine 60 Sekunden später leistete sich Nicolás Capaldo einen folgenschweren Fehlpass im Spielaufbau: Rapid schaltete blitzschnell um, die abgerutschte Flanke von Jonas Auer bekam Louis Lemke, der eine ordentliche Leistung bot, nicht mehr von der Linie geklärt – 3:2.
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Nach dem Doppelschlag beruhigte sich das Geschehen. Die insgesamt 14.541 Besucher sahen in der zweiten Hälfte doch sehr viel Leerlauf, woran die vielen Auswechslungen auf beiden Seiten einen enormem Anteil besaßen. Die beste Möglichkeit kreierten die Gäste. Nach wunderbarem Pass von Warmed Omari lief Rayan Philippe alleine auf Niklas Hedl zu, fand aber kein Vorbeikommen. Somit blieb es beim 3:2 für Rapid, das bereits am Donnerstag in der Qualifikation zur Conference League das erste Pflichtspiel bestreiten wird.
Der HSV wiederum wird sich ins Trainingslager nach Oberlängenfeld begeben. Der nächste Test ist am Samstag zum Abschluss einer voraussichtlich sehr intensiven Woche geplant, und zwar gegen den 1. FC Heidenheim.
Für den HSV spielten:
Lahti – Capaldo (46. Nandja), Bissi-Mouelle (46. Elfadli), Torunarigha (46. Omari) – Jatta (46. Sahiti), Pherai, Remberg (62. Sedlatschek), Lemke (77. Dompé) – Adeline (46. Amoako), Grønbaek (62. von Diczelski) – Poulsen (33. Philippe)
Tore: 1:0 Kara (3.), 1:1 Poulsen (16.), 1:2 Grønbaek (24.), 2:2 Kara (35.), 3:2 Lemke (Eigentor, 36.)
Foto: IMAGO

