Nach sportlich enttäuschenden Wochen feierte der HSV in Frankfurt einen großen Befreiungsschlag. Dieser war gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt.
Die ausgebliebenen Siege vom FC St. Pauli und VfL Wolfsburg verschafften den Rothosen schon zwei Wochen vor Saisonende die süße Gewissheit, auch im kommenden Jahr erstklassig zu spielen. Entsprechend ausgelassen jubelten Trainerteam und Staff, die laut Hamburger Abendblatt gemeinsam mit ihren Familien die Sonntagsspiele der Konkurrenz verfolgten.
„Es ist sehr viel abgefallen; ein unfassbares Gefühl“, berichtete Merlin Polzin am Mittwoch, als sich der HSV nach zwei trainingsfreien Tagen erstmals wieder zusammenfand. Schon in Frankfurt hatten Mannschaft und Trainer zusammen mit den mitgereisten Anhängern eine vorläufige Klassenerhaltsparty gefeiert.

Polzin: „Beim HSV ist etwas verdammt eng zusammengewachsen“
Es war den Spielern dabei sichtbar anzumerken, wie sehr die vorausgegangenen Wochen an ihnen genagt hatten. Denn nachdem die Hanseaten zwischenzeitlich einen einstelligen Tabellenplatz belegten, wanderten die Blicke nach drei Niederlagen in Folge und nur einem Sieg aus zehn Spielen wieder nach unten. Vor dem Duell in Frankfurt stand der HSV erstmals seit dem 4. Spieltag nur auf Rang 15.
Nur die Raute – Alle News rund um den HSV
Im Umfeld des Volksparks mehrten sich daher die kritischen Stimmen. Erstmals in seiner knapp anderthalbjährigen Amtszeit wurden sogar im größeren Stil Zweifel an Polzin laut. Mit einem verdienten Auswärtssieg bei einem Europapokal-Anwärter hatte der Verein jedoch die richtige Antwort parat und brachte sein Saisonziel schon zwei Spieltage vor der Sommerpause unter Dach und Fach.
„Ich bin verdammt glücklich und stolz auf alles, was die Jungs, das Trainerteam und der Staff geleistet haben“, sagte Polzin und richtete darüber hinaus einen Appell an das gesamte Klubumfeld: „Die Zweifel, die teilweise zu Recht, teilweise zu Unrecht, aufkamen, bestätigen sich nicht immer. Wir müssen Vertrauen ineinander haben. Beim HSV ist etwas verdammt eng zusammengewachsen. Es ist nicht so viel Skepsis nötig, wie man sie in den vergangenen Wochen erlebt hat.“

