Drei Spiele, null Punkte, zwölf Gegentore: Viel schlechter hätte der Saisonstart des HSV eigentlich kaum ausfallen können.
Zwischenzeitlich wurden sogar öffentlich Zweifel an Trainer Merlin Polzin und seinem Team laut. Doch die Verantwortlichen hielten an ihrem Trainer fest und verlängerten die auslaufenden Verträge entgegen dem kurzfristigen sportlichen Trend. Eine Entscheidung, die sich bislang auszahlt. Nach drei Siegen in Folge bekommt der HSV – unter anderem von Stefan Effenberg – daher prominente Anerkennung.
Im „Doppelpass“ auf Sport1 zeigte sich der ehemalige Nationalspieler am Sonntag beeindruckt von der Entwicklung der Hamburger. Bereits der hart erkämpfte 2:1-Erfolg gegen den 1. FC Köln habe dem HSV einiges abverlangt. Effenberg sprach von einem „Arbeitssieg“, für den die Mannschaft „unfassbar viel investieren“ musste. Anschließend habe sie auch in Hoffenheim Moral bewiesen und die Partie noch gedreht.
Den Höhepunkt des Aufschwungs bildete allerdings der 1:0-Heimsieg gegen Champions-League-Teilnehmer VfB Stuttgart. „Die Mannschaft funktioniert und folgt dem Trainer“, lobte Effenberg, aus dessen Sicht die Verlängerung mit Polzin bislang voll und ganz ausgezahlt hat.
HSV-Fans bekommen Extralob von Effe
Dass der HSV inzwischen mit deutlich mehr Selbstvertrauen auftritt, zeigte sich gegen Stuttgart nicht zuletzt beim entscheidenden Treffer von Miro Muheim. Der Schweizer fasste sich in der 88. Minute aus der Distanz ein Herz und sicherte den Rothosen den nächsten Dreier. Auch Effenberg war von dieser Einzelleistung angetan: „Du musst ja auch den Mut haben, da abzuziehen.“

Abseits der Spieler und des Trainerteams machte der 58-Jährige aber noch einen weiteren Erfolgsgrund aus. Die HSV-Anhänger seien „im Stadion wirklich eine Macht“, schwärmte Effenberg. „Das ist auch nicht einfach zu spielen oder zu gewinnen in Hamburg.“
Nach dem katastrophalen Auftakt scheint der HSV die Trendwende also endgültig geschafft zu haben. Die in Teilen neu zusammengestellte Mannschaft wirkt gefestigt, Polzins Rückhalt ist nach zwischenzeitlicher Krise gestärkt und die Fans stehen ohnehin hinter ihrem Team. Das Resultat sind drei Bundesliga-Siege hintereinander, was den Hanseaten letztmals 2010/11 gelang.

