Sergej Barbarez prägte den HSV Anfang der 2000er-Jahre wie nur wenige andere Profis. Doch hinter den sportlichen Erfolgen des Torschützenkönigs von 2001 stecken auch schmerzhafte Erfahrungen.
In seiner Biografie „Kreisläufe – wie ein Krieg mein Leben veränderte“ blickt der heutige Nationaltrainer Bosniens nicht zuletzt auf drei Erlebnisse zurück, die sein Verhältnis zu den Hamburgern nachhaltig belasteten.
Der erste Rückschlag traf den Angreifer im Sommer 2004. Obwohl Barbarez sich nach vier HSV-Jahren Hoffnungen auf die Kapitänsbinde gemacht hatte, entschied sich Trainer Klaus Toppmöller zunächst für Tomas Ujfalusi und nach dessen Wechsel zur AC Florenz für Daniel van Buyten. „Ich glaube, dass auch der damalige Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann Einfluss genommen hat“, erklärt der heute 55-Jährige. Möglicherweise habe Hoffmann ihn nicht als Kapitän gewollt oder aber den Preis für Ujfalusi erhöhen wollen.
Zwei Jahre später folgte die nächste Enttäuschung. Trotz erster Gespräche über eine Vertragsverlängerung kam es zu keiner Einigung. Barbarez verließ den HSV nach 216 Spielen und 76 Toren ablösefrei und schloss sich Bayer Leverkusen an. Dass das entscheidende Gespräch erst nach dem letzten Spieltag angesetzt wurde, wertete er rückblickend als Zeichen dafür, dass der Klub ihn ohnehin nicht halten wollte.

Endgültiger HSV-Bruch wegen Sportchef-Absage
Besonders tief traf ihn allerdings ein Erlebnis aus dem Jahr 2010. Damals war Barbarez Mitglied des HSV-Aufsichtsrats und galt als Kandidat für den vakanten Posten des Sportchefs. Doch auf dem Weg zu einem Gespräch mit Hoffmann wurde er von Aufsichtsratschef Horst Becker zur Seite genommen. Die Botschaft: Barbarez war aus dem Rennen, Bastian Reinhardt sollte Sportdirektor werden.
„Ich fühlte mich verraten und fasste einen Entschluss: meinen Rücktritt“, erinnerte sich Barbarez an die Konsequenz, die er damals zog. Dieser Groll gehört inzwischen jedoch der Vergangenheit an. Trotz der drei schmerzhaften Erfahrungen stellte Barbarez klar: „Ich bin wieder mit dem HSV versöhnt.“

