Erst zum zweiten Mal stand HSV-Neuzugang Bilal Nadir gegen den VfB Stuttgart in der Startelf. Seine Chance als Vertreter des verletzten Kapitäns Nicolai Remberg nutzte er eindrucksvoll.
Zeitgleich zeigte der Youngster, warum der HSV schon eine ganze Weile vor seiner Verpflichtung hinter ihm her gewesen ist. Laut Bild-Informationen war Nadir bereits nach dem Aufstieg im Sommer 2025 ein heißes Thema. Sportdirektor Claus Costa stand damals intensiv mit dem Berater des Marokkaners im Austausch.
Weil dessen Vertrag bei Olympique Marseille noch ein Jahr lief, hätte der HSV allerdings eine Ablöse zahlen müssen. Zu entscheidenden Verhandlungen zwischen den Klubs kam es somit nicht. Stattdessen verpflichteten die Rothosen am Deadline Day Sambi Lokonga und Fabio Vieira.
Auch im vergangenen Winter blieb Nadir auf dem Radar. Doch erst im Juni klappte es schließlich – und das sogar zum Nulltarif. Der HSV profitierte davon, dass der 22-Jährige seinen auslaufenden Vertrag im Süden Frankreichs trotz zwischenzeitlich anderslautender Vorzeichen nicht verlängert hatte.
HSV-Mitspieler über Nadir: „Er war super heute“
Gegen Stuttgart zeigte Nadir nun erstmals, was alles in ihm steckt. Der Edeltechniker überzeugte mit enormer Ballsicherheit, ließ sich auch vom aggressiven Anlaufen der Gäste kaum aus der Ruhe bringen und half dabei, den Hamburger Spielaufbau sauber zu gestalten. Zugleich gewann er mehr als die Hälfte seiner Zweikämpfe und verbuchte vier klärende Aktionen. Mit wenigen Ausnahmen sorgten seine Nebenmänner und er zudem für eine bemerkenswerte defensive Stabilität.

„Bilal ist ein super Fußballer, der super kicken kann und am liebsten am Ball ist“, lobte ihn Routinier Yussuf Poulsen anschließend. Ganz besonders beeindruckte ihn Nadirs Einsatz: „Wenn man sieht, wie der herumsprintet und alles gibt bis zur letzten Minute, bis es nicht mehr geht: Das ist genau das, was wir brauchen. Bilal war super heute.“
Trainer Merlin Polzin schlug ähnliche Töne an. Der Mittelfeldmann könne das Spiel gestalten und bringe zugleich eine „Balleroberungsmentalität“ mit. „Es gilt für ihn jetzt, das Ganze zu bestätigen, weiter hart zu arbeiten und in der zentralen Rolle ein Teil der Mannschaft zu bleiben.“

