Über mehrere Wochen hinweg galt er als heißer Kandidat für einen Wechsel. Doch letztlich blieb Miro Muheim und geht in seine sechste HSV-Saison.
Eine kleine Hintertür bleibt jedoch bestehen: In anderen Ländern wie Österreich, Belgien, Portugal oder der Schweiz ist das Transferfenster noch für mehrere Tage oder sogar Wochen geöffnet. Theoretisch könnten Wackelkandidaten wie Daniel Elfadli, Immanuel Pherai oder eben Muheim auch weiterhin wechseln.
Doch gerade im Fall des Linksverteidigers ist nicht davon auszugehen. Wenn überhaupt, dürfte Muheim den HSV im Winter verlassen. Der HSV hätte sechs Monate vor Vertragsende letztmals die Möglichkeit, eine Ablöse für den Schweizer WM-Fahrer zu kassieren.
Für den Moment bleibt das allerdings nichts weiter als Zukunftsmusik. Muheim, den die Verantwortlichen dem Vernehmen nach gerne abgegeben hätten, ist auch in der Saison 2026/27 ein Spieler des HSV. Im Vergleich zu den Vorjahren besteht aber ein entscheidender Unterschied: Der 28-Jährige ist auf der linken Seite alles andere als gesetzt!

HSV plötzlich mit Überangebot auf der linken Seite
Schon während der Vorbereitung lief Jugend-Sensation Louis Lemke seinem elf Jahre älteren Konkurrenten mehr und mehr den Rang ab. Grund dafür war einerseits dessen verlängerter Urlaub nach der WM und andererseits Adduktorenbeschwerden, die Muheim sowohl gegen den SC Verl (3:0) als auch gegen Borussia Dortmund (0:2) zum Aussetzen zwangen. Lemke startete in beiden Spielen und machte seine Sache mehr als ordentlich.
Am Deadline Day verschärfte sich die Situation zusätzlich: Mit David Möller Wolfe verpflichtete der HSV eine weitere Top-Option für die linke Schiene. Der norwegische Nationalspieler kommt auf Leihbasis inklusive Kaufoption von den Wolverhampton Wanderers und ist perspektivisch als Stammspieler eingeplant. Da Lemke zudem weiterhin Spielpraxis auf höchstem Niveau erhalten soll, dürften nicht mehr allzu viele Einsatzzeiten für Muheim übrig bleiben.
Eine mögliche Option wäre es daher, den Eidgenossen als linken Innenverteidiger der Dreierkette aufzustellen. Dort besäße der Linksfuß, dessen Spiel ohnehin zentrumslastig ist, ideale Passwinkel und könnte seine wohl größte Stärke ausspielen. Der HSV wiederum könnte eine seiner größten Schwächen kaschieren. Denn mit Ausnahme des aktuell verletzten und ohnehin fehleranfälligen Warmed Omari mangelt es den Innenverteidigern oftmals an Kreativität im Spielaufbau. Die Kehrseite der Idee: Muheims teils naives Defensivverhalten – insbesondere in puncto Flankenverteidigung – würde so noch stärker ins Gewicht fallen. Je nach Gegner und Spielverlauf könnte dieses Gedankenspiel jedoch zumindest phasenweise Realität werden.

