Zwei Drohnen, rund 200 alte Trainingsvideos und jede Menge Detailarbeit: Beim HSV wird in der Vorbereitung offenbar nichts dem Zufall überlassen.
Nahezu jede Einheit wird der Bild zufolge vollständig mit über dem Volkspark kreisenden Drohnen aufgezeichnet. Ob Aufwärmprogramm, Spielformen oder das große Abschlussspiel: Das Trainerteam um Polzin sammelt dabei stundenlanges Videomaterial, das anschließend akribisch ausgewertet wird. Doch damit nicht genug.
Wie der HSV kürzlich auf seiner Website verriet, nahmen sich Polzin und seine Assistenten in der Sommerpause sogar sämtliche Zusammenschnitte der vergangenen Saison noch einmal vor. Rund 200 Trainingseinheiten wurden erneut analysiert, um mögliche Muster und wiederkehrende Probleme zu erkennen.
Die Auswertung brachte eine klare Erkenntnis zutage. Während der HSV in geordneten Spielphasen bereits auf einem durchaus hohen Niveau agierte, offenbarten sich vor allem in den Umschaltmomenten nach Ballgewinn oder Ballverlust noch Schwächen. Genau dort fehlte häufig das richtige Timing, die nötige Intensität und vor allem die Geschwindigkeit im Kopf.

Polzin-Kritik: HSV manchmal „ zu langsam im Kopf“
„Die kontrollierten Phasen waren bei uns top – gutes Angreifen, gutes Verteidigen. Aber in den Momenten dazwischen waren wir zu langsam im Kopf“, erklärte Polzin kürzlich. Die Konsequenz ließ nicht lange auf sich warten. Seit dem Start der Vorbereitung liegt ein besonderer Schwerpunkt auf genau diesen Situationen. Umschalten, schnelles Reagieren und intensives Nachsetzen stehen regelmäßig auf dem Trainingsplan. Das Ganze geschieht selbstverständlich weiterhin unter den wachsamen Augen der Drohnen.
Der Aufwand zeigt, wie detailliert Polzin und sein Trainerteam arbeiten. Statt sich ausschließlich auf Testspiele oder Pflichtpartien zu verlassen, fließen sogar Monate alte Trainingsaufnahmen noch einmal in die Analyse ein. Ob sich die akribische Videoarbeit am Ende auch in Bundesliga-Punkten auszahlt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die ersten Ansätze im jüngsten Vorbereitungskick gegen den 1. FC Heidenheim (3:1) waren schonmal vielversprechend.

