Bilal Nadir ist offiziell ein HSV-Spieler! Am Mittwoch absolvierte der 22-Jährige seinen Medizincheck. Zwei Tage später trainierte er erstmals mit seinen neuen Teamkollegen.
Während viele HSV-Fans begeistert auf den ablösefreien Transfer eines jungen Mittelfeldspielers mit Champions-League-Erfahrung reagieren, sorgt Nadirs Abschied bei seinem Ex-Klub Olympique Marseille für reichlich Unmut.
Der Hintergrund: Nadir verließ den französischen Traditionsverein in diesem Sommer nach fünf Jahren ablösefrei. Marseille hatte seinen Vertrag im Frühjahr 2024 sogar verlängert, obwohl sich der damalige U23-Nationalspieler wenige Wochen zuvor einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.
„Ich bin erleichtert und sehr glücklich, mein Abenteuer bei Olympique Marseille fortsetzen zu können. Mein Vertrag stand kurz vor dem Ablauf, und ich befand mich in einer schwierigen Lage. Die Vertragsverlängerung ist ein großartiges Zeichen des Vertrauens, das der Verein mir entgegenbringt, und ich möchte mich bei der Vereinsführung bedanken“, erklärte er damals.

Zu einer weiteren Verlängerung sollte es jedoch nicht kommen. Laut dem französischen Portal FootMarseillais scheiterten die jüngsten Verhandlungen allerdings nicht am sportlichen Projekt, sondern an finanziellen Forderungen des Spielers. Demnach soll Nadir eine Unterschriftsprämie von 2,5 Millionen Euro sowie ein jährliches Nettogehalt von rund 1,2 Millionen Euro verlangt haben. Für Marseille seien diese Konditionen nicht darstellbar gewesen.
HSV sticht Bundesliga-Konkurrenz aus
Entsprechend emotional fielen die Reaktionen vieler Anhänger aus, als der Abschied Anfang Juli offiziell wurde. In den sozialen Netzwerken entlud sich der Frust zahlreicher Fans. „Noch jemand, der vorgibt, den Klub zu lieben, der am Ende nur ein Söldner unter vielen ist“, schrieb ein Nutzer auf X. Ein weiterer Kommentar lautete: „Er sollte sich schämen.“ Wiederum andere User warfen Nadir vor: „Du hast die Vertragsverlängerung abgelehnt, um umsonst abzuhauen.“
Beim HSV dürften diese Nebengeräusche verständlicherweise für nur wenig Unruhe sorgen. Immerhin sichern sich die Rothosen einen erst 22 Jahre alten Spieler mit internationaler Erfahrung und einem Marktwert von acht Millionen Euro zum Nulltarif. Zudem sollen in den letzten Wochen auch Bundesligisten wie der VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt Interesse an Nadir gezeigt haben. Den hanseatischen Verantwortlichen dürfte also ein echter Coup gelungen sein.

