Der HSV hat ist in der Bundesliga angekommen. Diese Erkenntnis spiegelt sich spätestens in den aktuellen Ergebnissen wider.
Nach holprigem Saisonstart blieb der Aufsteiger zuletzt sechs Spiele in Folge ungeschlagen und sammelte in diesem Zeitraum zehn Punkte. Vor dem Duell mit seinem Ex-Klub RB Leipzig zog Kapitän Yussuf Poulsen nun eine erste Zwischenbilanz und erklärte, warum der HSV plötzlich stabil wirkt.
„Wenn man als Aufsteiger nach 22 Spieltagen 26 Punkte auf dem Konto hat, hat man es bis dahin sehr gut gemacht“, stellte Poulsen im Bild-Interview klar. Besonders wichtig sei dabei das Gefühl innerhalb der Mannschaft: „Wir stehen nicht nur da, weil wir ein bisschen Glück hatten. Sondern, weil wir Sachen gut machen.“ Selbstkritik gehört dennoch dazu. Manchmal ärgere sich das Team sogar darüber, „dass es nicht noch ein paar Punkte mehr sind“.
Der Schlüssel zum Aufschwung liegt laut Poulsen vor allem im Kopf. „Die Entwicklungsschritte, die wir nach der Winterpause gemacht haben, sind riesengroß“, sagte der 31-Jährige und führte das auf ein verändertes Mindset zurück. Viele Spieler hätten verstanden, was es brauche, um sich dauerhaft in der Bundesliga zu behaupten. „Wenn wir das jede Woche abliefern, spielen wir zu Recht in der Bundesliga.“

HSV: Poulsen hebt Schlüsselspieler hervor
Gerade für einen Aufsteiger sei dieser mentale Wandel entscheidend. Während man in der 2. Liga auch mal mit „95 Prozent“ gewinnen könne, entscheide im Oberhaus jedes Detail. „Da geht es um mentale Stärke und Einsatzbereitschaft“, erklärte Poulsen. Neue Spieler wie Nicolai Remberg oder Nicolas Capaldo hätten diese Haltung zusätzlich in die Mannschaft getragen. „Keiner ist sich für irgendetwas zu schade. Das ist unsere Stärke.“
Auch taktisch erkennt der HSV-Kapitän Fortschritte. Die Mannschaft sei variabler geworden und besonders im Spielaufbau gegen hohes Pressing stark. Torwart Daniel Heuer Fernandes spiele dabei „wie ein Feldspieler“ mit und sei ein wichtiger Baustein für die neue Stabilität.
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Poulsen selbst sieht seine Aufgabe vor allem darin, Überzeugung zu vermitteln. „Mein erstes Thema war, den Glauben daran zu stärken, dass man gut genug ist.“ Spieler wie Miro Muheim oder Remberg seien Beispiele dafür, wie schnell sich Akteure entwickeln können, wenn dieses Vertrauen wächst.
Mit Blick auf das Saisonziel bleibt der Routinier dennoch bescheiden. „Wenn wir in der Liga bleiben, sind wir zufrieden“, sagte Poulsen. Gegen Top-Teams wie den kommenden Gegner RB Leipzig (Sonntag, 19.30 Uhr) wolle man dennoch mutig auftreten: „Wir wissen, dass wir sie ärgern können.“

