Der HSV leidet aktuell unter einer Verletztenmisere, weshalb im Umfeld vermehrt über Nachverpflichtungen diskutiert wird.
Zum Jahreswechsel öffnet das traditionell komplizierte Winter-Transferfenster. Angesprochen auf mögliche Aktivitäten sagte Sportdirektor Claus Costa in einer Medienrunde: „Wir haben noch sieben, acht Wochen bis Weihnachten und bereiten proaktiv alles vor.“ Akuten Handlungsbedarf erkannte er allerdings definitiv noch nicht, obwohl der HSV im zentralen Mittelfeld mit Kapitän Nicolai Remberg durch einen Kreuzbandriss und anschließend auch den stark aufspielenden Bilal Nadir, der erst zur Rückrunde wieder zur Mannschaft stoßen wird, gleich zwei potenzielle Leistungsträger verlor.
Remberg dürfte im weiteren Saisonverlauf sogar gar keine Rolle mehr spielen. „Wir werden bei jedem einzelnen Spieler den Genesungsverlauf und den prognostizierten Zeitpunkt des Comebacks genau berücksichtigen“, betonte Costa. Zugleich stellte er aber klar: „Es ist auf jeden Fall zu früh, um zu sagen, dass wir auf einer Position definitiv reagieren.“

HSV-Sportdirektor Costa: „Kann nicht jedes Worst-Case-Szenario absichern“
Auch die Situation in der Innenverteidigung wirft Fragen auf, fallen doch mit dem als Oberhaupt eingeplanten Sebastiaan Bornauw und Nicolás Capaldo gleich zwei Stammkräfte aus. Während ihrer Abstinenz agierte auch ein gestandener Profi wie Jordan Torunarigha wacklig. Zudem gehörte Youngster Shafiq Nandja dreimal hintereinander der Startelf an, leistete sich jedoch trotz guter Ansätze immer wieder offensichtliche Fehler, was die Zweifel Bundesliga-Tauglichkeit zum aktuellen Zeitpunkt wachsen ließ.
Im Pokalspiel gegen Frankfurt kam mit dem noch ohne jegliche Erstliga-Praxis ausgestatteten Jason Bissi-Mouelle sogar noch ein weiteres Eigengewächs zum Zug. „In der Kaderplanung kann man nicht jedes Worst-Case-Szenario doppelt und dreifach absichern. Wir haben uns dafür entschieden, realistische Trainingszeit, Kaderzeit und Spielzeit für Talente anzubieten. Das ist ein Weg, den wir als Verein eingeschlagen haben“, erklärte Costa.
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Baldige Verstärkung ist auf dieser Position ohnehin schon im Anflug. Denn die vierjährige Dopingsperre von Mario Vuskovic endet am 15. November und darf nach der Länderspielpause wieder an Pflichtspielen mitwirken. Im Training hinterließ er bereits einen starken Eindruck, sodass Hoffnung besteht, dass der Kroate trotz fehlender Spielpraxis keine allzu lange Anlaufzeit benötigen und auf seiner Position möglicherweise kein Wintertransfer von Nöten ist.

