David Møller Wolfe schloss sich erst am Deadline Day dem HSV an. Nun erklärte er, wie kurzfristig der Deal zustande kam.
Noch am 31. August gehörte der Linksverteidiger nämlich dem Kader der aus der Premier League abgestiegenen Wolverhampton Wanderers an. Diese befanden sich auf der Anreise zum Auswärtsspiel bei West Ham United, das am kommenden Tag stattfinden sollte. Während der Zugfahrt erhielt der weiter auf einen Wechsel schielende Møller Wolfe bereits einen Anruf seines Beraters Stig Lillejord. „Die Verbindung war nicht gut, deshalb habe ich seine Worte kaum verstanden“, berichtete er im Gespräch mit der Mopo.
Dementsprechend tätigte der 24-Jährige nach Ankunft in London den Rückruf, woraufhin ihm Lillejord mitteilte: „Du fliegst in zwei Stunden nach Hamburg. Also, ab zum Flughafen mit dir!“ Møller Wolfe verabschiedete sich umgehend von seiner Mannschaft und machte sich auf dem Weg in die Hansestadt: „Ich hatte noch ein Wolverhampton-Outfit an, aber zum Glück Wechselklamotten dabei. Vor dem Abflug habe ich mich umgezogen. Das war ziemlich stressig.“

Møller Wolfe: Gespräche mit Polzin und Costa waren „so verlockend“
Letztlich landete der auch bei der WM als Stammkraft fungierende 27-fache norwegische Nationalspieler kurz nach 23 Uhr in Hamburg, absolvierte am Folgetag den Medizincheck und unterschrieb den Vertrag. In diesem wurde zusätzlich zur einjährigen Leihe auch noch eine Kaufoption verankert.
Eine längere Zusammenarbeit steht also im Raum. Trainer Merlin Polzin und Sportdirektor Claus Costa gaben sich daher große Mühe, um den Transfer einzutüten. „Sie haben Präsentationen über mich vorbereitet und erklärt, wie sie mich sehen und welche Rolle ich in ihren Plänen spielen soll. Das war so verlockend, dass ich unbedingt hier spielen wollte. Ich bin sehr froh, dass es funktioniert hat“, schwärmte Møller Wolfe.
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Vom Trainerteam erhielt er einen Vertrauensvorschuss, gehörte im Heimspiel gegen Mainz (0:5) nach nur wenigen Einheiten der Startelf an und verdrängte auch noch den formstarken Youngster Louis Lemke. Møller Wolfe legte über 84 Minuten einen engagierten Auftritt hin, konnte das Debakel aber nicht verhindern. Dennoch zog er auch positive Erkenntnisse: „Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Stadion eine Mannschaft so unterstützt, obwohl es nicht so läuft wie von allen gewünscht.“
Møller Wolfe, der während des sang- und klanglosen Abstiegs mit den Wolves zumeist triste Atmosphäre erlebte, führte aus: „Das nehme ich als schöne Erfahrung mit. Ich freue mich darauf zu erleben, wie laut es ist, wenn wir besser spielen.“ Bestenfalls wird er schon in Leipzig eine Kostprobe erhalten. Denn zahlreiche mitgereiste HSV-Fans würden doch sehr positiv gestimmt auf eine erhebliche Leistungssteigerung ihrer Mannschaft reagieren.
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