Der HSV hatte sich seine Heim-Premiere in der neuen Bundesliga-Saison ganz sicher anders vorgestellt. Nach dem 0:5 gegen Mainz herrscht im Volkspark plötzlich Krisenstimmung.
Wurde das Ende der Transferphase noch von Aufbruch und großer Vorfreude begleitet, ist vorerst eine ernüchternde Realität eingekehrt. Auch Merlin Polzin fehlten nach dem Schlusspfiff zunächst die passenden Worte für den Auftritt seiner Mannschaft. Während sich der HSV-Trainer auf der Pressekonferenz um eine angemessene Einordnung bemühte, war die komplette Führungsriege des Vereins ebenfalls vor Ort. Der Blick in die Gesichter machte deutlich: Die Pleite hatte gesessen.
„Ein maximal beschissener Nachmittag für uns“, nannte Polzin das Kind schonungslos beim Namen. Viel schlimmer als die Niederlage und deren Höhe war für den Trainer jedoch die Art und Weise, in der seine Mannschaft 90 Minuten lang auftrat. Der HSV entwickelte über die gesamte Spielzeit keinerlei Ideen, leistete sich zahlreiche Fehler im Aufbau und wackelte defensiv bedenklich.

Polzin hofft auf „Realismus“ im HSV-Umfeld
„So hat kein Gegner in der Bundesliga Probleme gegen uns“, lautete Polzins vielleicht deutlichste Warnung. Der Coach wollte die Pleite deshalb auch nicht mit der fehlenden Eingespieltheit der zahlreichen Neuzugänge erklären. Zwar brauche es „Zeit, um die Verbindungen weiter zu stärken und in die Abläufe reinzukommen“. Gleichzeitig müsse der HSV aber erst einmal die Grundlagen auf den Platz bringen.
Genau darin liegt die große Aufgabe der kommenden Wochen. Nach zwei Niederlagen, 0:7 Toren und dem letzten Tabellenplatz ist der anfängliche Optimismus erst einmal verschwunden – zumal die anstehende Auswärtsreise zu RB Leipzig nicht gerade nach Punkte-Garantie schreit. Polzin sieht die Klatsche deshalb auch als möglichen Weckruf: „Vielleicht sorgt sie auch ein bisschen für Realismus.“

