Der HSV sorgte am Deadline Day für mächtig Aufsehen. Mit Fabio Vieira, Zakaria El Ouahdi und David Möller Wolfe verstärkten die Hamburger ihren Kader prominent und ernteten dafür deutschlandweit Lob.
Doch eine Frage drängt sich auf: Könnte die Transferoffensive zulasten jener Talente gehen, die sich in der Sommervorbereitung so lautstark in den Vordergrund gespielt haben? Vor allem Otto Stange, Shafiq Nandja und Louis Lemke nutzten die Testspiele, um auf sich aufmerksam zu machen.
Nandja und Lemke standen beim DFB-Pokalspiel gegen den SC Verl (3:0) sogar in der Startelf, eine Woche später durfte Lemke auch beim Bundesliga-Auftakt in Dortmund (0:2) von Beginn an ran. Gegen den 1. FSV Mainz 05 (Sonntag, 15.30 Uhr) dürften die Karten nun allerdings neu gemischt werden. Vermutlich müssen alle drei Teenager zunächst auf der Bank Platz nehmen.
Von einer vermeintlichen Chancenlosigkeit des jungen Trios im Kampf um die Stammplätze will Trainer Merlin Polzin allerdings nichts wissen. „Am Ende geht es um die Leistung und um die Sachen, die im Training passieren“, stellte der HSV-Coach auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel klar.

Polzin lobt HSV-Juwel Lemke
Besonders von Lemkes Auftritt zeigte sich Polzin angetan. „Was Louis in Dortmund gezeigt hat, war richtig, richtig gut. Wenn er diese Dinge weiterhin zeigt, wird er seine Einsätze bekommen. Das gleiche gilt für Shafiq und Otto“, betonte der 35-Jährige. Dass mit Möller Wolfe nun ein erfahrener Konkurrent für die linke Seite verpflichtet wurde, sieht Polzin nicht als Nachteil für den 16-Jährigen. Im Gegenteil: „Er kann auch von seiner Erfahrung profitieren.“
Grundsätzlich wolle der HSV seinen Nachwuchs weiter fördern, allerdings nicht um jeden Preis. „Es geht nicht darum, die Jungs aus Selbstzweck reinzuwerfen und den Hamburger Weg zu befüttern. Es geht darum, dass wir als HSV erfolgreichen Bundesliga-Fußball spielen – mit den Jungs aus dem eigenen Nachwuchs“, erklärte Polzin. Trotz der gestiegenen Konkurrenz gelte weiterhin: „Dazu haben sie die Chance.“
Ein deutliches Signal sendete der Trainer zudem mit Blick auf das Mainz-Spiel. „Wenn alles normal läuft, werden die Jungs am Wochenende zum Kader gehören.“ Der von Polzin so titulierte Hamburger Weg lebt also weiter. Trotzdem sind die Hürden für seine Youngster definitiv höher geworden.

