Wird es am Sonntag (15.30 Uhr) ungemütlich im Volksparkstadion? Schnell dürfte sich zeigen, wie die HSV-Fans Ransford Königsdörffer bei dessen Rückkehr empfangen.
Der 24-Jährige, der mit dem 1. FSV Mainz 05 an seiner alten Wirkungsstätte gastiert, rechnet jedenfalls nicht mit einem herzlichen Empfang. „Ich erwarte ein Pfeifkonzert“, kündigte der Angreifer bereits kurz nach seinem Abschied an. Vier Jahre lang trug der gebürtige Berliner das Trikot der Rothosen, erzielte 33 Tore und wurde nach seinem Doppelpack im Aufstiegsspiel gegen den SSV Ulm zum Helden. Merlin Polzin setzte in der vergangenen Saison immer wieder auf ihn und wollte den Stürmer unbedingt halten.
Doch Königsdörffer entschied sich gegen eine weitere Zusammenarbeit, schlug sämtliche Angebote für eine Vertragsverlängerung aus und wechselte zur großen Überraschung der HSV-Anhänger nach Mainz. „Ich habe vier Jahre dort gespielt, einfach war es deshalb natürlich nicht. Aber ich bin ein Mensch, der sich auf neue Sachen freut. Ich trauere alten Sachen nicht hinterher und habe mich bewusst für diesen Schritt entschieden“, sagte er anschließend.

HSV freut sich auf Königsdörffer-Rückkehr
Innerhalb des HSV nimmt ihm diese Entscheidung niemand übel. „Wir freuen uns auf ihn“, stellte Polzin vor dem Wiedersehen klar. Der Trainer ist sogar überzeugt davon, dass Königsdörffer in Mainz den passenden Verein gefunden hat: „Der Mainzer Weg passt zu ihm. Gut verteidigen, dann schnell umschalten. Mit zwei Stürmern zusammen hat man immer einen neben sich, das ist schon cool für ihn.“
Ob Königsdörffer in Hamburg überhaupt von Beginn auf dem Platz stehen wird, ist allerdings offen. Beim Mainzer Auftakt gegen den SC Paderborn (0:0) kam er lediglich für 27 Minuten zum Einsatz. Seine Vorbereitung verlief jedoch vielversprechend, inklusive eines Treffers im DFB-Pokal. Ein solches Erfolgserlebnis will der HSV seinem Ex-Schützling aber keinesfalls gewähren. „Waffeln haben wir nicht gebacken“, erklärte Polzin in Anlehnung an das Belohnungsritual von Königsdörffer schmunzelnd.

