Vor einem Jahr schien Bakery Jattas Zeit beim HSV abgelaufen zu sein. Dem Außenbahnspieler wurde ein Wechsel nahegelegt, sportlich spielte er keine Rolle mehr.
Doch zwölf Monate später hat sich das Blatt komplett gewendet: Der 28-Jährige gehört in der Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison bislang zu den Gewinnern. So hat Jatta in diesem Sommer noch keine einzige Trainingseinheit verpasst. Auch in den beiden Testspielen gegen Rapid Wien (2:3) und den 1. FC Heidenheim (3:1) stand er als rechter Schienenspieler jeweils in der Startelf. Aktuell ist er auf seiner Position sogar nahezu konkurrenzlos, auch wenn Sportdirektor Claus Costa weiterhin nach einem Ersatz für die abgewanderten William Mikelbrencis und Giorgi Gocholeishvili sucht.
Dass Jatta überhaupt in eine derart komfortable Ausgangslage gekommen ist, hätte noch vor wenigen Monaten kaum jemand erwartet. Nachdem er im vergangenen Sommer praktisch aussortiert worden war, schaffte er es erst am 13. Spieltag überhaupt wieder in den Kader.
Ausgerechnet im Nordderby gegen Werder Bremen (3:2) befand er sich dann direkt in der Anfangsformation. Das Experiment fruchtete, worauf hin ihn Trainer Merlin Polzin als rechten Schienenspieler etablierte. Von den letzten 16 Saisonspielen absolvierte Jatta zwölf von Beginn an, dreimal wurde er eingewechselt. Lediglich gesundheitliche Probleme kosteten ihn im Frühjahr sechs Begegnungen.

Ex-HSV-Star über Jatta: „Immer wertvoll“
Über die positive Entwicklung seines langjährigen Weggefährten freut sich auch Ex-HSV-Profi Sonny Kittel. „Baka ist ein guter Freund geworden. Wir haben mehrmals im Monat Kontakt und tauschen uns aus“, erklärte der 33-Jährige im Abendblatt-Podcast „HSV, wir müssen reden“.
Sportlich sei der Gambier ohnehin über jeden Zweifel erhaben. „Bei Baka braucht man sich keine Sorgen machen“, betonte Kittel und hob vor allem dessen Charakter hervor: „So ein Spieler ist immer wertvoll für eine Mannschaft. Er hat absolut nur den Teamgedanken im Kopf, haut sich komplett rein, ist immer da und diszipliniert.“ Sein Fazit fällt entsprechend deutlich aus: „Er hat eine sehr gute Saison gespielt und kann darauf aufbauen.“ Aktuell tut er das bereits.

