Was für ein Abend in Vancouver! Für HSV-Profi Miro Muheim und die Schweizer Nationalmannschaft ist ein lang gehegter Traum Wirklichkeit geworden.
Mit einem 4:3-Erfolg nach Elfmeterschießen gegen Kolumbien zogen die Eidgenossen erstmals seit der Heim-Weltmeisterschaft 1954 wieder ins Viertelfinale ein. Dort wartet nun die wohl größtmögliche Herausforderung: Es geht gegen Titelverteidiger Argentinien um Superstar Lionel Messi!
Für Muheim dürfte die Partie zudem eine besondere persönliche Bedeutung gehabt haben. Der Hamburger war nach seinem unglücklichen Turnierstart und zwischenzeitlicher Verletzungspause endlich wieder mittendrin statt nur dabei. Nach einem Kurzeinsatz samt Eigentor beim 1:1 gegen Katar hatte den Linksverteidiger eine Wadenverletzung ausgebremst. Die folgenden drei WM-Partien verpasste er komplett.

Kurzer Schreckmoment für HSV-Star Muheim
Gegen Kolumbien feierte der 27-Jährige nun sein Comeback. In der 71. Minute wurde er für Platzhirsch Ricardo Rodriguez eingewechselt. Der Arbeitsnachweis nach knapp 50 Minuten Einsatzzeit: 82 Prozent seiner Pässe fanden einen Mitspieler, zudem gewann er die Hälfte seiner Zweikämpfe. Darüber hinaus sah er in der Verlängerung nach einem Foulspiel die Gelbe Karte.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Begegnung hätte aus Sicht von Muheim beinahe eine bittere Wendung genommen. In der Verlängerung reklamierte Kolumbien nach einem Zweikampf zwischen Muheim und Juan Quintero einen Strafstoß. Die Szene wurde überprüft, blieb für die Schweizer jedoch ohne Folgen.
Nach 120 torlosen Minuten musste schließlich das Elfmeterschießen entscheiden. Dort behielten die Eidgenossen trotz eines Fehlschusses von Manuel Akanji die Nerven. Als der Ex-Augsburger Ruben Vargas den entscheidenden Strafstoß verwandelte, brachen alle Dämme. Auch Muheim stürmte auf seine Teamkollegen und bejubelte einen der wohl speziellsten Momente seiner gesamten Karriere. Und wer weiß: Vielleicht bekommt er in der Nacht von Samstag auf Sonntag (3 Uhr) ein weiteres Mal die Chance, sein Können auf der größtmöglichen Bühne des Weltfußballs unter Beweis zu stellen.

