Fábio Vieira lief in Leverkusen möglicherweise letztmalig für den HSV auf und hinterließ dabei nochmals bleibenden Eindruck.
Es lief die 61. Minute, als Kapitän Nicolás Capaldo einen Diagonalball von Nicolai Remberg auf den Portugiesen zurücklegte, dieser noch einige Meter nach innen lief und das Spielgerät aus 18 Metern traumhaft ins linke obere Eck schlenzte. Wenige Minuten zuvor hatte Vieira mehrere Gegenspieler ausgewackelt und war aus halbrechter Position mit seinem schwächeren rechten Fuß am stark reagierenden Marc Flekken gescheitert.
Alleine die zwei Aktionen unterstrichen nochmals, dass der HSV für Verhältnisse eines Aufsteigers einen herausragenden Fußballer in seinen Reihen hat. Ob er zukünftig weiter auf den 25-Jährigen zurückgreifen kann, ist allerdings fraglich. Angesprochen auf seine Gesten in Richtung Fans nach Spielende, die auf einen Abschied hindeuteten, sagte Vieira (via Mopo): „Unsere Fans haben es sich verdient. Was sie in dieser Saison durchgemacht haben, wie viel Mühe sie in jedes einzelne Spiel gesteckt haben, ob auswärts oder zu Hause – sie sind immer da und unterstützen uns. Sie waren in dieser Saison unglaublich.“

HSV: Ist Vieira zu teuer?
Seinen schon feststehenden Abgang verneinte er dagegen. Auf dem Papier hat der HSV nämlich die Zügel in der Hand. Er besitzt nämlich nach dem baldigen Ende der Leihe vom FC Arsenal eine Kaufoption in Höhe von 20 Millionen Euro, wird diese aber kaum stemmen können. Andere Vereine hingegen könnten sich diese Summe sehr wohl leisten und würden mit dem Spielgestalter ebenfalls an Qualität dazugewinnen.
Vieira selbst wollte nicht konkreter über seine Pläne sprechen: „Ich kann nicht sagen, wie es weitergeht. Jeder weiß, dass ich noch einen Vertrag mit Arsenal habe, also muss ich das respektieren. Jetzt ist es an der Zeit, die Ferientage mit der Familie zu genießen. Ich muss auch ein wenig entspannen und aufhören, an Fußball zu denken.“ Den Markt wird er dennoch im Blick behalten: „Am Ende muss ich mich mit meiner Familie, meinen Beratern und natürlich auch mit Arsenal zusammensetzen und sehen, was für mich die beste Option ist.“
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Inwieweit der HSV in seinen Plänen eine Rolle spielt, bleibt abzuwarten. Fest steht für den besonders in der Rückserie herausstechenden Vieira dagegen: „Während der Saison war ich sehr glücklich hier und ob ich nun bleibe oder gehe: Ich werde dem Verein immer sehr dankbar sein, weil er alles für mich getan hat.“ Besonders habe ihm Trainer Merlin Polzin geholfen. Vieira dankte mit zwölf Scorerpunkten in 29 Einsätzen, trug maßgeblich zum ungefährdeten Klassenerhalt bei und wird in Hamburg unabhängig von seiner Zukunft positiv in Erinnerung bleiben.
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