Am heutigen Samstag tritt der HSV zum letzten Bundesliga-Spieltag bei Bayer Leverkusen an. Die vorherigen Gastspiele verliefen nicht sonderlich erfolgreich.
Um den letzten Auftritt in der BayArena zu rekapitulieren, muss in die Abstiegssaison geblickt werden. Am 24.09.2017 gingen die Hanseaten dort mit 0:3 unter. Bereits zuvor hatten sie fünf schmerzhafte Niederlagen hintereinander bei einem Torverhältnis von 4:16-Toren einstecken müssen. In Erinnerung blieb ein 1:3 trotz zwischenzeitlicher Führung. Dem späteren Hamburger Joel Pohjanpalo gelang in der Schlussphase ein lupenreiner Hattrick.
Mit Zählbarem kehrte der HSV letztmals am 05.11.2011 aus Leverkusen zurück. Der frisch aus Basel verpflichtete Thorsten Fink – auf den früh in der Saison entlassenen Michael Oenning sowie die interimsmäßig einspringenden Frank Arnesen und Rodolfo Cardoso folgend – bestritt damals seine erst dritte Bundesliga-Partie. Er schickte eine namhaft besetzte Mannschaft aufs Spielfeld. Zu ihr zählten unter anderem das zum Kreis der deutschen Nationalmannschaft gehörende Trio Heiko Westermann, Dennis Aogo sowie Marcel Jansen oder das Sturmduo um den hochveranlagten Heung-min Son und Paulo Guerrero zählten.

HSV egalisiert 2:0-Rückstand
Auf dem Spielfeld hatten die Rothosen im Samstagabendspiel zunächst wenig entgegenzusetzen. Ein durch Dennis Diekmeier abgefälschter Freistoß von André Schürrle brachte schon in der fünften Minute das 1:0. Auch in der Folge stellte Bayer Leverkusen, wo unter anderem Michael Ballack seine Karriere ausklingen ließ, die überlegende Mannschaft. Lars Bender ließ infolge einer Schürrle-Flanke schnell das 2:0 folgen (20.).
Doch der HSV – mit vier ungeschlagenen Pflichtspielen am Stück in die Begegnung gegangen – hielt dagegen und kreierte erste Torszenen. Eine knappe halben Stunde war vorüber, als Heiko Westermann einen von Dennis Aogo aus dem Halbfeld getretenen Freistoß am zweiten Pfosten per Kopf zum Anschlusstreffer verwertete. Beinahe wäre noch vor der Pause der Ausgleich gefallen, Einen regulären Jansen-Treffer erkannte Schiedsrichter Knut Kircher wegen eines vermeintlichen Foulspiels jedoch ab.
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In der 57. Minute durfte Jansen dann jubeln. Bedient durch einen feinen Chipball von Gökhan Töre, der sein großes Potenzial im gesamten Karriereverlauf nur vereinzelt aufblitzen ließ, traf er per Direktabnahme ins lange Eck – 2:2. Töre stand danach noch einmal im Blickpunkt. Sein ungestümes Einsteigen gegen Bender wurde aber nicht mit Elfmeter geahndet. Im modernen Fußball wäre der VAR wohl zur Rate gezogen worden. So endete ein munteres Hin und Her unentschieden, auch weil Leverkusen in der Endphase mehrere Chancen auf den Siegtreffer ausließ.
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 2:2 (2:1)
Leverkusen: Leno,-Castro, Friedrich, Toprak, Kadlec,-Rolfes (63. Derdiyok),-Sam (46. Reinartz), Bender, Ballack, Schürrle,-Kießling
HSV: Drobny,-Diekmeier, Mancienne, Westermann, Aogo,-Töre (82. Jarolim), Kacar (79. Tesche), Rincon, Jansen,-Son (89. Skjelbred),-Guerrero
Der HSV verabschiedete sich damit positiv gestimmt in die Länderspielpause, gewann anschließend mit 2:0 gegen Hoffenheim. Jedoch fand er auch nach dem ersten Sieg unter Fink keinen Weg aus dem Abstiegskampf und schleppte sich profitierend von schwacher Konkurrenz mit 36 Punkten auf Rang 15 über die Ziellinie.
In der Gegenwart haben die Hanseaten einen Zähler mehr auf dem Konto und traten bestens gelaunt die Reise nach Leverkusen an. Die erste Saison im Oberhaus nach rund siebenjähriger Abstinenz verlief ohne größere Abstiegssorgen. Das Sahnehäubchen, etwa in Form des Erreichens 40-Punkte-Marke, könnte mit einem Erfolgserlebnis bei einem damals – Trainer Robin Dutt musste wenige Wochen später gehen – wie heute wackligen Bayer Leverkusen herbeigeführt werden.
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