Merlin Polzin überzeugt als HSV-Trainer nicht nur mit Taktik und Trainingsarbeit. Er setzt auch auf Emotionen, Identität und die Kraft der eigenen Vereinsgeschichte.
Der Hamburger Coach hat in dieser Saison ganz bewusst versucht, die besondere DNA des Klubs wieder stärker in den Alltag der Mannschaft einzubauen. Mit Erfolg.
Wie die Sport Bild nun bekannt machte, spielte dabei auch die HSV-Raute eine zentrale Rolle. Ein überdimensional großes Schild hing regelmäßig in der Kabine und wurde bei Taktikbesprechungen genutzt. Für Polzin war die Symbolik dahinter entscheidend. „Was zeichnet den HSV eigentlich aus? Das haben wir versucht, ihnen vor allem auch bildlich gut darzustellen“, erklärte er.
Der Hintergrund: Nach dem XXL-Umbruch infolge des Aufstiegs wollte Polzin der Mannschaft möglichst schnell vermitteln, wofür der Verein steht. Dabei griff das Trainerteam immer wieder historische Elemente des HSV auf. „Egal, worum es geht, es geht am Ende nur um den HSV“, lautet die Botschaft, die intern vermittelt wurde.

Kreative HSV-Maßnahmen für den Klassenerhalt
Besonders wichtig war Polzin dabei, dass die Spieler ein Gefühl für die Größe und Tradition ihres Arbeitgebers entwickeln. „Die Geschichte des Vereins kann einem eine unglaubliche Power geben“, sagte der 35-Jährige. Gerade in schwierigen Phasen habe das geholfen, Stabilität und Energie innerhalb der Mannschaft zu erzeugen.
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Auch abseits des Platzes setzte der HSV auf gezielte Maßnahmen zur Stärkung des Teamgefühls. Vor Heimspielen wurden Klubmitarbeiter eingebunden, die den Profis persönliche Botschaften mitgaben. Zudem organisierte der Verein gemeinsame Aktionen mit Angestellten und Fans, um die Verbindung zwischen Team und Umfeld weiter auszubauen.
Polzin sieht darin einen wichtigen Baustein für die erfolgreiche Saison. Nach dem Klassenerhalt in der Bundesliga betonte der Trainer: „Das ist ein herausragender Erfolg.“ Mit 37 Punkten rangieren die Rothosen einen Spieltag vor Saisonende auf Platz elf. Bei einem Sieg gegen Bayer Leverkusen (Samstag, 15.30 Uhr) kann sogar die prestigeträchtige 40-Zähler-Marke fallen.

