Beim 3:2 gegen den SC Freiburg stand Otto Stange erstmals in der Bundesliga von Beginn an auf dem Platz. Die 65 Minuten bis zu seiner Auswechslung machten deutlich, warum die HSV-Verantwortlichen große Stücke auf ihn halten.
Dabei lesen sich die nackten Zahlen seines Auftritts ziemlich durchwachsen. Stange gewann nur drei seiner zehn Zweikämpfe am Boden, hatte lediglich vier Ballberührungen im gegnerischen Strafraum und leistete sich vier Ballverluste. Zudem wurde in einigen Szenen sichtbar, dass ihm auf Bundesliga-Niveau noch Erfahrung fehlt. Teilweise brauchte der Angreifer einen Tick zu lange, um Entscheidungen zu treffen.
Und trotzdem hinterließ der Teenager einen starken Gesamteindruck. Stange war enorm aktiv, ließ sich immer wieder fallen und wich häufig auf den linken Flügel aus, um anspielbar zu sein. Genau eine solche Aktion leitete auch das 1:0 ein: Seine Hereingabe wurde von Freiburg nur unzureichend geklärt, Bakery Jatta staubte auf Vorlage von Albert Grønbaek ab. Zudem kam Stange selbst immer wieder in gefährliche Räume. Sein Expected-Goals-Wert von 0,43 zeigt, dass er durchaus ein Gespür für gute Abschlusspositionen besitzt.

HSV: Stange setzt sich ein ehrgeiziges Tor-Ziel
Selbstkritisch analysierte der Youngster seinen Auftritt anschließend selbst: „Ich bin zufrieden mit meiner Leistung, auch wenn mir in ein, zwei Situationen die Erfahrung fehlt. Aber ich lerne auch schnell.“ Vor allem die vergebene Großchance kurz nach der Pause ärgerte ihn. „Den einen kann ich vielleicht reinmachen, das wird das Ziel beim nächsten Mal sein.“
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Ein weiteres Ziel hat Stange ebenfalls ins Auge gefasst. „Ich will nächste Saison mehr Tore schießen als Luka“, stellte er selbstbewusst klar. Dafür müsste er immerhin siebenmal treffen. Dass ein solches Vorhaben zwar ehrgeizig, aber keinesfalls unrealistisch ist, belegt ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen Monate. Denn nach seiner im Winter abgebrochenen Elversberg-Leihe sammelte er in Hamburg bereits mehr Spielzeit als zuvor in der gesamten Zweitliga-Hinrunde.
Ob Stange im Sommer trotzdem noch einmal verliehen werden könnte, um eine Stammplatzgarantie zu haben? „Im Fußball weiß man nie“, erklärte er. „Aber am schönsten ist es hier. Hamburg ist mein Verein.“

