Die Sorge war ihm deutlich anzusehen. Als Sambi Lokonga kurz vor der Halbzeitpause nach einem Zusammenprall mit Heidenheims Abwehrspieler Patrick Mainka schmerzverzerrt an der Bande lag, ahnte man beim HSV bereits, dass mehr dahinterstecken könnte.
Der Belgier biss zwar noch bis zum Pausenpfiff auf die Zähne, doch es war schnell ersichtlich, dass sich Lokonga nicht mehr wie gewohnt bewegte.
In der Kabine wurde der Mittelfeldspieler intensiv behandelt. Vor Beginn der zweiten Halbzeit testete Lokonga frühzeitig auf dem Platz, ob ein Weiterspielen möglich sei. Die Antwort folgte prompt und war ernüchternd. Trainer Merlin Polzin blieb nichts anderes übrig, als seinen Schlüsselspieler vom Feld zu nehmen. Stattdessen kam Damion Downs in die Partie, der bisherige Neuner Ransford Königsdörffer rutschte zurück ins offensive Mittelfeld.
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HSV-Verantwortliche ahnen Böses
Die Auswirkungen dieser Umstellung waren unübersehbar. Ohne Lokonga verlor der HSV spürbar an Ballsicherheit und Kontrolle im Zentrum. Wieder einmal wurde deutlich, dass der Sommer-Neuzugang derzeit schlichtweg nicht zu ersetzen ist. Entsprechend sorgenvoll dürfte sich auch Polzin die bange Frage stellen: Wie schwer ist die Verletzung?
Eine Diagnose steht noch aus. Laut Hamburger Abendblatt werde vereinsintern jedoch befürchtet, dass das Außenband im Sprunggelenk in Mitleidenschaft gezogen sein könnte. Am trainingsfreien Sonntag soll Lokonga den Knöchel schonen. Sollten die Schmerzen am Montag anhalten, ist eine MRT-Untersuchung geplant, die Klarheit über Verletzung und mögliche Ausfallzeit bringen soll.
Besonders bitter aus HSV-Sicht: Lokonga hatte bereits im Januar mit Wadenproblemen zu kämpfen, fiel neun Tage aus und verpasste die Partie gegen Borussia Mönchengladbach komplett. Auch im anschließenden Derby gegen den FC St. Pauli reichte es nur zu wenigen Joker-Minuten. Angesichts seiner ohnehin umfangreichen Verletzungshistorie wächst nun die Sorge, dass der HSV im wichtigen Heimspiel gegen Union Berlin erneut auf einen seiner Fixpunkte verzichten muss.

