Der HSV kassierte beim SC Freiburg eine bittere Niederlage. Für die Wende im Spiel sorgte erneut eine Gelb-Rote Karte.
Runde 180 Sekunden nachdem Luka Vuskovic die Hanseaten in Führung geköpft hatte, brachte Daniel Elfadli im eigenen Strafraum Lucas Höler zu Fall. Schiedsrichter Timo Gerach genügte der Kontakt, um auf Elfmeter zu entscheiden. Darüber hinaus zeigte er Elfadli die Ampelkarte. Damit sah nach 16 Spieltage bereits zum fünften Mal ein Hamburger Akteur die zweite Gelbe Karte.
Wie die Bild berichtete, handelt es sich dabei um einen Bundesliga-Rekord: Noch nie erhielt ein Team seit Einführung zur Saison 1991/92 fünf Gelb-Rote Karten in der Hinserie. Vor Elfadli erwischte es bereits Giorgi Gocholeishvilli im Stadtderby gegen St. Pauli, Immanuel Pherai – der dabei den Rekord für die schnellste Ampelkarte der Bundesliga-Geschichte aufstellte – sowie Fábio Vieira beim 1:4 in Köln und Alexander Røssing-Lelesiit (2:1 gegen Stuttgart).
HSV-Kartenproblem: Polzin sucht nach Lösungen
Trainer Merlin Polzin wollte seiner Mannschaft dennoch kein Disziplinproblem attestieren: „Das würde ich sagen, wenn wir ungestüm oder unsportlich wären. Klar ist, dass es ein Thema für uns ist und wir etwas verändern müssen.“ Die Mehrzahl der Platzverweise entstanden aus harten oder gar überzogenen Schiedsrichterentscheidungen, sorgten aber beispielsweise in Köln dafür, dass dem HSV ein Spiel verloren ging, in dem er zwingend hätte punkten müssen.
Mancher Spieler gab dem Unparteiischen mit seinem Verhalten auf dem Spielfeld die Möglichkeit, eine zweite Gelbe Karte zu zeigen. Daher betonte Polzin, der sich selbst nicht aus der Problematik herausnahm: „In erster Linie müssen wir Lösungen finden. Es könnte eine Lösung von mir sein, dass die vorbelasteten Spieler herausgenommen werden. Es geht aber auch darum, dass wir uns im individuellen Zweikampfverhalten verbessern. Wir wollen über das Training besser werden, damit die Situationen früher und besser verteidigt werden. Aber dann auch mit dem richtigen Fingerspitzengefühl in die Zweikämpfe gehen.“
Nur die Raute – Alle News rund um den HSV
Zukünftig sollten vermeidbare Platzverweise ausbleiben. Sonst gehen noch mehrere eng geführte Begegnungen – wie am gestrigen Samstag in Freiburg – verloren. „Wenn du zu elft in der Bundesliga bestehen willst, ist das als HSV und als Aufsteiger schon sehr anspruchsvoll. Aber wenn du zu zehnt bist, erhöht das nicht gerade deine Wahrscheinlichkeiten“, betonte Polzin, dessen Team im Abstiegskampf auf jeden Punkt angewiesen ist und es sich daher nicht leisten kann, sich selbst im Wege zu stehen.

