Mit dem 3:1-Sieg über Borussia Mönchengladbach landete der HSV einen wichtigen Befreiungsschlag. Zwischenzeitlich kletterten die Rothosen sogar auf Tabellenplatz acht und rückten bis auf einen Punkt an Rang sechs heran.
Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger fand nach dem Abpfiff dennoch deutliche Worte. „Es gibt keinen Grund für Euphorie“, stellte der Sky-Experte klar. „Wie der Sieg heute Zustande gekommen ist, das muss man schon genau analysieren.“ Zwar könne der HSV mit zwölf Punkten nach dem schwierigen Saisonstart und zahlreichen Ausfällen durchaus zufrieden sein. Dennoch seien die individuellen Fehler in der Defensive ein Problem, das die Mannschaft dringend in den Griff bekommen müsse.
Worauf Hitzlsperger ebenfalls anspielte: Gegen Gladbach kam den Hamburgern auch das nötige Spielglück zugute. Die Gelb-Rote Karte für Ko Itakura kurz nach dem Beginn der zweiten Halbzeit spielte dem HSV entscheidend in die Karten. Mehr als 40 Minuten bestritt die Borussia anschließend in Unterzahl und fing sich zwei Gegentore. Gladbach-Trainer Alexander Blessin war entsprechend überzeugt: „Wenn wir das Spiel mit elf Mann beendet hätten, hätten wir auf jeden Fall was geholt.“

HSV zieht ausgeglichenes Spiel auf seine Seite
Auch die Zahlen unterstreichen, dass von einem hochverdienten oder gar souveränen HSV-Sieg kaum die Rede sein konnte. Bei den Expected Goals lagen beide Mannschaften mit 2,27 zu 2,22 nahezu gleichauf. Gladbach verbuchte zudem mehr Abschlüsse (19:18), während die Rothosen bei den Schüssen auf das gegnerische Tor vorne lagen (9:6).
Trotz seiner Kritik fand Hitzlsperger aber auch lobende Worte. Insbesondere Trainer Merlin Polzin habe ihn beeindruckt: „Merlin ist eine brutale Bereicherung für den HSV.“ Die Mannschaft verkörpere eine „große Einheit“, die sich unter anderem beim gemeinsamen Jubel nach Shafiq Nandjas Führungstreffer gezeigt habe. Das 19-jährige Eigengewächs erzielte gegen die Fohlenelf sein erstes Bundesliga-Tor überhaupt.

