Das Pokalaus gegen Eintracht Frankfurt (1:3) sorgte beim HSV für reichlich Frust über Schiedsrichter Tobias Stieler. Gleich zweimal fühlten sich die Rothosen ungerecht behandelt.
Folgendes was passiert: In der 35. Minute ging Zakaria El Ouahdi nach einem Zweikampf mit Frankfurts Robin Koch im Strafraum zu Boden. Stieler ließ weiterspielen, auch der Video-Assistent griff nicht ein. Nach Ansicht der TV-Bilder kam der Schiedsrichter allerdings zu einer anderen Einschätzung als während der Partie. „Wenn ich jetzt aber die Bilder sehe, wäre ein Strafstoß die bessere Entscheidung gewesen“, erklärte er bei Sky.
Seine Vorgehen verteidigte Stieler dennoch. Auf dem Platz habe er eine „ganz klare Wahrnehmung“ gehabt und den Kontakt als klassischen Bodycheck bewertet. Seine persönliche Schwelle für Zweikämpfe im Oberkörperbereich sei dabei nicht überschritten worden. „Deshalb finde ich es gut, dass der VAR diese unterstützt hat.“
Wegen HSV-Leistung: Gräfe knöpft sich Stieler vor
Manuel Gräfe widerspricht dieser Erklärung deutlich. Auf X bezeichnete der für seine Meinungsstärke bekannte Ex-Bundesliga-Referee die Einordnung seines Kollegen als „Schönrederei“. Aus seiner Sicht sei der Elfmeter zwingend gewesen. Es habe sich um einen Bodycheck gegen den Gegenspieler und einen Treffer am Bein gehandelt. Selbst Frankfurts Trainer Adi Hütter habe eingeräumt, Glück gehabt zu haben, schrieb Gräfe.

Doch nicht nur mit Blick auf den möglichen Strafstoß hätte der 53-Jährige anders entschieden. Auch das Ausbleiben einer Gelb-Roten Karte gegen Nnamdi Collins nach einem Foul an David Möller Wolfe kritisierte er scharf. Gräfe verwies dabei auf einen Kopftreffer, fehlende Orientierung zum Ball und eine „hohe Verletzungsgefahr für Brüche im Gesicht.“
Sein Fazit fiel entsprechend klar aus: „Beide Vergehen eindeutig -> Glück für die SGE & Pech für den HSV.“ Wenn man sich zu solchen Szenen äußere, müsse man sie ehrlich und richtig aufarbeiten – „oder es lassen“, so Gräfe.

