Der HSV hat sechs Punkte aus den vergangenen beiden Bundesliga-Spielen geholt und sich damit vorerst Luft im Tabellenkeller verschafft. Trotzdem besteht weiterhin reichlich Steigerungspotenzial.
Denn drei Spieler, die in der Vorsaison noch maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt hatten, stehen den Rothosen aktuell nicht in ihrer Bestform zur Verfügung. Der erste ist Fabio Vieira. Nach einer herausragenden Leihsaison wurde der Portugiese im Sommer für neun Millionen Euro fest vom FC Arsenal verpflichtet. Doch nach einer schwierigen Vorbereitung samt später Ankunft in Hamburg sucht er derzeit erkennbar nach seinem Rhythmus.
Auch beim 3:2 in Hoffenheim blieb der persönliche Befreiungsschlag aus. Zwar gab der 26-Jährige satte fünf Torschüsse ab, zumeist waren seine Versuche jedoch kaum gefährlich. Die zündenden Ideen, mit denen er vor wenigen Monaten regelmäßig den Unterschied ausgemacht hatte, fehlen bislang.
HSV: Lokonga im Formtief, Vuskovic in Brighton
Bitter: Auch Sambi Lokonga kommt nicht an seine Leistungen aus dem vergangenen Jahr heran. Der Belgier wechselte im Sommer 2025 gemeinsam mit Vieira aus London zum HSV und prägte das Mittelfeld mit Torgefahr und einer enormen Ballsicherheit. Momentan geht ihm allerdings fast jegliche offensive Durchschlagskraft ab. In Hoffenheim verlor er zudem fünf seiner sechs Zweikämpfe und sah auch vor dem Gegentreffer zum 1:2 alles andere als gut aus.
Der dritte zentrale Baustein des letztjährigen Erfolgs ist inzwischen ganz aus Hamburg verschwunden. Luka Vuskovic kehrte nach abgelaufener Leihe kurzzeitig zu Tottenham Hotspur zurück, ehe er bei Brighton and Hove Albion unterkam. Dort überzeugt der Innenverteidiger genau wie zuvor beim HSV und wurde auf Anhieb zu Stammspieler. Dass die Hanseaten ihn nicht gleichwertig würden ersetzen können, war absehbar.

Im Spätsommer 2025 war das Trio nahezu zeitgleich zum HSV gekommen und hatte entscheidend dazu beigetragen, dass sich die Mannschaft nach einem katastrophalen Fehlstart zügig stabilisierte. Und auch wenn Spieler wie Daniel Heuer Fernandes, Nicolas Capaldo oder Nicolai Remberg sicherlich einen ähnlichen Wert für das Team besaßen, waren sich fast alle Beobachter einig: Ohne Vuskovic, Lokonga und Vieira wäre der HSV wohl direkt wieder abgestiegen.
Umso bemerkenswerter ist, dass die Mannschaft zuletzt auch ohne ihre drei Säulenspieler in Topform sechs Punkte gegen Köln und Hoffenheim sammelte. Der HSV ist inzwischen breiter aufgestellt und kann auch dann konkurrenzfähig bleiben, wenn seine Leistungsträger nicht mehr im selben Ausmaß der Vorsaison den Unterschied machen.

