Was für ein irrer Fußballnachmittag! Mit einer absoluten Energieleistung hat sich der HSV ein 3:2 bei der TSG Hoffenheim erkämpft.
Die Zuschauer in der SNP-Arena sahen eine in jeglicher Hinsicht dramatische Partie mit zahlreichen Führungswechseln. Das von Yussuf Poulsen erzielte 1:0 (12.) egalisierten die Hoffenheimer durch ein Eigentor von Sebastiaan Bornauw (45.+6). Nach dem Seitenwechsel war die TSG zunächst die bessere Mannschaft und belohnte sich durch Bambasé Conté (53.). Eine Gelb-Rote-Karte für Bernardo brachte jedoch den Turnaround: Erst fand Miro Muheim seinen Stürmer Terem Moffi mit einer maßgeschneiderten Flanke (83.), ehe er wenige Sekunden vor dem Abpfiff höchstpersönlich zum 3:2-Siegtor traf (90.+4). Damit verdiente sich der Schweizer eine Top-Note.
Der HSV gegen Hoffenheim in der Einzelkritik:
Daniel Heuer Fernandes: Vor dem 1:1 zunächst glänzend zur Stelle, beim Abpraller jedoch machtlos. Gleiches galt auch für das zweite Gegentor. Besaß darüber hinaus nur wenige Gelegenheiten, um sich auszuzeichnen. Note: 3
David Möller Wolfe: Auf ungewohnter Seite mit erkennbaren offensiven Schwierigkeiten. Gleich mehrfach verschenkte er eigentlich vielversprechende Flankensituationen. Mit großem Einsatz holte er jedoch den Hoffenheimer Platzverweis heraus. Note: 3
Nicolas Capaldo: Mit seinem Pfostenschuss entscheidend am 1:o beteiligt. Auch in den defensiven Kernaufgaben der beste Hamburger. Mal wieder ein Vorbild an Leidenschaft und Energie. Note: 2-
Sebastiaan Bornauw: Das unglückliche Eigentor zum 1:1 war gewissermaßen ein Sinnbild seiner bisherigen HSV-Zeit. Davon abgesehen sein bis dato bestes Spiel – mit großem Abstand. Note: 3+
Warmed Omari: Agierte vor dem aberkannten Hoffenheimer Ausgleich wieder einmal leichtfertig und hatte „Glück“, dass er dabei gefoult wurde. So hart es klingt: Seit seiner Verletzung im vergangenen Herbst ist er ein Unsicherheitsfaktor. Note: 4

Louis Lemke (bis 76.): Zum ersten Mal in seiner Profikarriere hatte er so richtig zu knabbern und gegen Vladimir Coufal und Bambasé Conté alle Hände voll zu tun. Schlecht machte er es trotzdem keinesfalls. Note: 3-
Nicolai Remberg (bis 40.): Erlitt nach rund 35 Minuten einen heftigen Schlag und musste verletzt vom Feld. Das sah alles andere als gut aus. Note: Ohne Bewertung
Sambi Lokonga (bis 76.): Seine Freistoßflanke leitete das 1:0 ein. Und trotzdem: Die Form der Vorsaison erreicht er aktuell nicht annähernd. Unter anderem vor dem 1:2 machte er im Duell mit Bambasé Conté eine schlechte Figur. Note: 4
Fabio Vieira: Lange vor allem in der Arbeit gegen den Ball gefragt. In der Schlussphase dann wesentlich involvierter, aber im Eins-gegen-Eins-Duell mit Oliver Baumann nicht kaltschnäuzig genug. Note: 3-
Martin Adeline (bis 76.): Eigentlich sollte ein solches Spiel seinen Fähigkeiten entgegenkommen. Doch trotz hohem Einsatz blieb er offensiv erneut blass. Note: 4+
Yussuf Poulsen: Zweiter Treffer in Folge und auch mit dem Rücken zum Tor phasenweise dominant. Vor dem 1:1 verlor er allerdings das entscheidende Duell im eigenen Strafraum. Nach 60 Minuten war Schluss. Note: 3+
So spielten die HSV-Joker:
Miro Muheim (ab 40.): Avancierte in neuer Rolle dank Vorlage und Tor zum absoluten Matchwinner. Die wieder einmal offen gelegten defensiven Mängel rückten daher verdientermaßen in den Hintergrund. Sein linker Fuß ist und bleibt eine der gefährlichsten HSV-Waffen. Note: 2
Otto Stange (ab 60.): Mit Pech, als sein vermeintlich erstes Bundesliga-Tor vom VAR einkassiert wurde. Trotzdem war das eine starke Joker-Leistung. Note: 3+
Alexander Røssing-Lelesiit (ab 76.): Nach fast zehnmonatiger Verletzungspause endlich mit seinem Comeback. Note: Ohne Bewertung
Kofi Amoako (ab 76.): Auf seinen Testspiel-Treffer gegen Kopenhagen folgte nun das Bundesliga-Debüt. Hoffentlich der erste von vielen weiteren Schritten. Note: Ohne Bewertung
Terem Moffi (ab 76.): Sein Kopfball zum 2:2 zeigte eindrucksvoll, warum ihn der HSV im Sommer unbedingt verpflichten wollte. Nach schwerem Einstand wird ihm dieser Nachmittag gut tun. Note: 2

