Der Wechsel von Ludovit Reis zu Werder Bremen sorgt auch Wochen nach seiner Unterschrift für Diskussionen. Viele HSV-Anhänger werden dem ehemaligen Kapitän seinen Schritt zum Nordrivalen nicht verzeihen.
Nun hat sich der Niederländer erstmals ausführlicher zu den teils heftigen Reaktionen geäußert. Nach seinem Transfer vom FC Brügge an die Weser sah sich Reis in den sozialen Netzwerken mit zahlreichen kritischen Kommentaren konfrontiert. „Ich kann die HSV-Fans und ihre Reaktionen und Emotionen verstehen. Aber es gibt eine Grenze“, zitiert die Bild den 26-Jährigen. Um sich vor der Welle an teils heftigen Reaktionen zu schützen, habe er bewusst Abstand zu sozialen Medien genommen: „Es ist wichtig, dass du dein Handy nicht immer anlässt.“
Der Streitpunkt: Während seiner Zeit beim HSV hatte Reis seine enge Verbundenheit zum Verein immer wieder öffentlich betont. Daran hält er laut eigener Aussage aber auch nach seinem Werder-Wechsel fest. „Ich hatte beim HSV schöne Jahre und jeder weiß, wie ich den HSV liebe“, sagte der Mittelfeldspieler. Gleichzeitig betonte er: „Jetzt bin ich Spieler von Bremen. Und ich liebe es auch, hier zu sein.“

Reis freut sich auf das Wiedersehen mit dem HSV
Auch sportlich hat sich Reis bei den Grün-Weißen gut eingelebt. Sowohl bei der 1:4-Auftaktniederlage gegen den SC Freiburg als auch beim überraschenden 3:1-Erfolg über RB Leipzig stand er in der Startelf. Insgesamt absolvierte er 175 von 180 möglichen Minuten. Vor allem gegen Leipzig überzeugte der Achter als aggressiver Balleroberer und gewann acht seiner zehn direkten Duelle. Genau diese Giftigkeit ging dem HSV-Mittelfeld bei der jüngsten 0:5-Klatsche gegen Mainz nahezu vollständig ab.
Mit Spannung wird nun das Nordderby Ende November im Weserstadion erwartet. Reis rechnet fest mit einem unfreundlichen Empfang durch die mitreisenden HSV-Fans, nimmt die Situation jedoch gelassen. „Das wird ein schönes Spiel. Es wird Pfiffe geben und alles, was dazugehört. Aber damit kann ich leben“, erklärte der Ex-Hamburger diplomatisch.

