Beim HSV herrscht Bewegung im Investorenlager. Milliardär Klaus-Michael Kühne entschied sich kurz vor seinem Tod dazu, Anteile abzugeben.
Insgesamt hielt er 13,5 Prozent an der HSV Fußball AG & Co. KGaA. Nach Bild-Informationen wird die Kühne Holding, in der sich das Vermögen des Milliardärs ansammelte, 4,5 Prozent veräußern. Als Abnehmer habe sich eine Gruppe hanseatischer Kaufleute unter den Namen „Hanse & Raute“, angeführt von HSV-Aufsichtsrat und Berenberg-Banker Hans Walter Peters, formiert. Die Gespräche hätten bereits über ein Jahr angedauert. Der Deal mit Kühne habe bereits vor dessen Tod am 24. August gestanden.
Darüber hinaus werde auch die zu 1,42 Prozent investierte AMPri Handelsgesellschaft investierte Anteile abgeben. „Mir ist wichtig zu betonen, dass wir uns nicht vom HSV abwenden. Ganz im Gegenteil: Die Verbundenheit ist weiterhin groß. Daher freuen wir uns und unterstützen dabei, dass der HSV den nächsten Schritt hin zur Fortentwicklung und Sicherung der finanziellen Stabilität gehen kann“, so Geschäftsführer Thomas Böhme, der den Verein sehr eng begleitete.

Das sagt HSV-Boss Huwer zum Investorenwechsel
Der HSV selbst bleibt, vertreten durch den e.V., mit über 70 Prozent der größte Anteilseigner. Durch die Anteilsverkäufe erzielt er keinen finanziellen Profit. Die neuen Investoren zahlen nämlich den Kaufpreis an die alten. Dennoch zeigte sich Finanzvorstand Eric Huwer mit den Deals einverstanden: „Der HSV bekommt eine vereinfachte und klarere Gesellschafterstruktur. Das begrüßen wir, der e.V. bleibt faktisch, nicht nur formal, der einzige Ankergesellschafter. Das stärkt die Legitimation gegenüber den Mitgliedern.“
Nur die Raute – Alle News rund um den HSV
Hinter dem e.V. bleibt die Kühne Holding – vor einem Jahr noch über ein Fünftel der Anteil haltend – mit nur noch neun Prozent die zweitstärkste Kraft. An den Positionen der im vergangenen Jahr eingestiegenen Sparda-Bank Hamburg (7,5 Prozent) und der HanseMerkur (6,7 Prozent) veränderte sich derweil nichts. Dahinter folgt die neue Investorengruppe um Peters mit 4,5 Prozent, der sich noch weitere langjährige Kleinaktionäre anschließen könnten.
Foto: IMAGO

