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Nur die Raute » Von 100 auf Null: Beim HSV liegen Euphorie und Panik nah beieinander
HSV News

Von 100 auf Null: Beim HSV liegen Euphorie und Panik nah beieinander

Philipp Overhoff
Philipp Overhoff
8. September 2026
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Zakaria El Ouahdi
Foto: IMAGO

Die üble 0:5-Pleite gegen Mainz liegt allen HSV-Fans noch schwer im Magen. Die heftigen Reaktionen sind verständlich, aber nicht immer angemessen. Ein Kommentar.

Jeder, der sich nicht erst seit gestern mit dem deutschen Fußball beschäftigt, weiß, wie dynamisch die Gemütslage rund um einen großen Traditionsverein sein kann. Euphorische Aufbruchsstimmung und finstere Weltuntergangsstimmung wechseln manchmal nahezu täglich. Diese leidvolle Erfahrung musste nun auch der HSV machen. Wahrlich nicht zum ersten Mal in seiner 139 Jahre andauernden Geschichte.

Der 0:2-Auftaktniederlage in Dortmund zum Trotz fieberte eine ganze Stadt in schier unermesslicher Vorfreude auf das erste Heimspiel der neuen Saison hin. Grund dafür war neben einer passablen zweiten Halbzeit beim BVB vor allem der – da waren sich nahezu alle Beobachter einig – herausragende Schlussspurt auf dem Transfermarkt. Gekrönt wurde dieser mit der Rückkehr des verlorenen Sohnes Fabio Vieira.

Dass der Gegner aus Mainz, immerhin Tabellenfünfter der letztjährigen Rückrunde, kein leichter Gegner werden würde, war natürlich allen Beteiligten klar. Und trotzdem erwarteten die HSV-Fans nichts anderes als einen Sieg. Gerne auch einen Sieg mit einer ansprechenden Leistung.

HSV-Fans
Foto: IMAGO

Es brauchte nur 90 Minuten, um die Zuversicht der letzten Tage im Keim zu ersticken. Durchforstet man die Kommentarspalten in den sozialen Medien, so bekommt man das Gefühl, der HSV hätte sich auf einen Schlag zum Bundesliga-Sorgenpatienten Nummer eins gemausert. Forderungen, die geplante und wohl bevorstehende Vertragsverlängerung von Merlin Polzin und seinem Trainerteam wieder auf Eis zu legen, wechseln sich damit ab, dem einen oder anderen Spieler das nötige Niveau für Erstliga-Fußball abzusprechen.

Die Stimmungslage rund um den HSV: Plötzlich ist alles schlecht?

Und natürlich: Richtet man den Blick alleine auf die Partie gegen Mainz, kann man nur schwerlich widersprechen. Die Rothosen präsentierten sich in einer besorgniserregenderen Verfassung als noch beim ersten Heimspiel der Vorsaison, als man vom Stadtrivalen aus St. Pauli im eigenen Stadion nach Strich und Faden dominiert wurde. Die Parallele: Schon wieder hat der HSV den Start heftig in den Sand gesetzt, grüßt nach zwei Spielen mit null Punkten und 0:7 Toren von Tabellenplatz 18.

Trotzdem darf alles, was in der jüngeren Vergangenheit noch zurecht gelobt wurde, nicht nach einem Nachmittag vergessen werden: der souveräne Klassenerhalt nach dem Wiederaufstieg, die gute Arbeit auf dem Transfermarkt, die durchaus vielversprechenden Leistungen der Vorbereitung und die erfreuliche Entwicklung der zahlreichen Eigengewächse.

In Extremen zu denken, ist verlockend und gerade im emotional aufgeladenen Umfeld des Volksparks auch verständlich. Trotzdem liegt die Wahrheit wie so oft in der goldenen Mitte. Der HSV ist aufgrund einer, zugegeben üblen, Klatsche nicht hoffnungslos verloren oder Abstiegskandidat Nummer eins. Genauso wenig hat er sich durch seinen Dreifach-Coup am Deadline Day den Blankoscheck für eine sorgenfreie Saison gesichert. Da waren viele, unter anderem der Autor dieses Textes, wahrscheinlich zu voreilig.

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THEMEN IN DIESEM ARTIKEL1. FSV Mainz 05BundesligaHSVMerlin Polzin
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