Die Diskussion ist beendet: Zwei Tage vor dem DFB-Pokalspiel beim SC Verl hat HSV-Trainer Merlin Polzin seine Entscheidung auf der Torwartposition getroffen.
Nicht Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes wird am Montag (18 Uhr) zwischen den Pfosten stehen, sondern Sander Tangvik. „Sander wird im Tor beginnen“, erklärte Polzin auf der Pressekonferenz am Samstag und verschaffte dem 23-jährigen Norweger damit die nächste große Chance, um auf sich aufmerksam zu machen.
Seit seiner Ankunft im vergangenen Winter habe Tangvik immer wieder gezeigt, weshalb ihn die Hamburger unbedingt verpflichten wollten. Er habe sich „nahtlos in die Arbeitsmentalität“ des Teams eingefügt und eine „herausragende Entwicklung“ genommen, lobte Polzin seinen Schlussmann.

Tatsächlich konnte Tangvik in den letzten Monaten gleich mehrfach von sich reden machen. Besonders beim 1:1 gegen Bayer Leverkusen zum Abschluss der Vorsaison hinterließ der Keeper einen starken Eindruck und parierte sogar einen Elfmeter. Auch seine jüngste Nominierung für das norwegische WM-Aufgebot wertet Polzin als Bestätigung seines Entwicklungsschritts.
HSV: Pokal-Entscheidung nicht endgültig
So verwundert es nicht, dass Tangvik trotz seiner nominellen Backup-Rolle ein exzellentes Standing im Team besitzt. „Wir haben nicht nur mit Ferro eine sehr starke Nummer eins, sondern wir haben auch jemanden dahinter, der kratzt, der beißt, der herausfordert“, sagte Polzin. Der Skandinavier wolle zeigen: „Ich bin da, seht mich und seht das, was ich kann.“
Ob Tangvik auch in etwaigen weiteren Pokalrunden das Vertrauen erhält, ließ der Trainer allerdings offen. „Wir haben jetzt nicht definiert, wann, wie und wo“, erklärte Polzin auf Nachfrage nach einer festen Hierarchie. Gleichzeitig deutete er jedoch an, wohin die Reise gehen könnte. Tangvik habe sich seinen Einsatz „durch seine Leistung verdient“, zudem sei seine „Intention natürlich auch, dass er weitere Spiele bekommt“.
Eine ähnliche Marschroute verfolgten die Rothosen im vergangenen Jahr auch mit Daniel Peretz. Der Israeli stand sowohl beim Zweitrunden-Sieg über den 1. FC Heidenheim (1:0) als auch beim Achtelfinal-Aus gegen Holstein Kiel (3:5 n.E.) zwischen den Pfosten. Im Volkspark hätte wohl niemand etwas dagegen, sollte es in dieser Spielzeit noch die eine oder andere Runde weitergehen.

