Julian Pollersbeck hält sich derzeit beim HSV fit. Der vereinslose Torhüter trainiert seit zwei Wochen bei der Regionalligamannschaft.
Zuvor war sein Vertrag beim SSV Jahn Regensburg ausgelaufen. Ein Wechsel zu Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus kam anschließend nicht zustande. Nun hofft der 31-Jährige auf eine neue sportliche Herausforderung.
Im Interview mit dem Hamburger Abendblatt sprach Pollersbeck jedoch nicht nur über seine aktuelle Situation, sondern auch ungewöhnlich offen über seine Jahre beim HSV. Von 2017 bis 2020 stand der ehemalige U21-Europameister bei den Rothosen unter Vertrag. Er erlebte also eine Phase, die von sportlichen Turbulenzen und zahlreichen personellen Wechseln geprägt war.
Besonders sein Start in Hamburg verlief alles andere als reibungslos. Obwohl der HSV damals rund 3,5 Millionen Euro für den Torhüter an den 1. FC Kaiserslautern überwies, fand er sich kurz nach seiner Ankunft zunächst auf der Ersatzbank wieder. Rückblickend beschreibt Pollersbeck die damaligen Zustände so: „Es ging drunter und drüber. Der Verein war weniger stabil als heute. Das hat man auch als Spieler gemerkt.“

Pollersbeck spricht auch über HSV-Rückkehr
Vor allem als damals unerfahrener Profi hätte er sich mehr Unterstützung gewünscht. „Ich hätte als junger Neuzugang ein bisschen an die Hand genommen werden können. Das war nicht der Fall“, erklärte der Keeper. Zahlreiche Trainerwechsel, Veränderungen an der Vereinsspitze und sportlicher Misserfolg hätten die Situation zusätzlich erschwert.
Doch trotz aller Schwierigkeiten bereut Pollersbeck seinen Wechsel an die Elbe nicht. Im Gegenteil: Der Transfer vom Betzenberg zum HSV sei für ihn „ein guter Schritt“ gewesen. Bis heute verbindet ihn viel mit dem Klub. „Der HSV ist mein Verein, der tief in meinem Herzen verankert ist“, so der Torwart.
Eine dauerhafte Rückkehr als Spieler steht aktuell allerdings nicht zur Debatte. Ganz ausschließen möchte Pollersbeck ein weiteres Kapitel im Volkspark jedoch nicht. „Ich habe oft gedacht, dass es schön wäre, hier noch mal zu spielen“, sagte der Schlussmann. Zunächst aber konzentriere er sich darauf, einen neuen Arbeitgeber für die unmittelbare Zukunft zu finden. An Glauben in die eigene Stärke mangelt es ihm jedenfalls nicht: „Wenn man mir Vertrauen geschenkt hat, habe ich es auch mit Leistung zurückgezahlt.“

