Seit dem 1. Juli ist Kathleen Krüger offiziell Sportvorständin des HSV. Die 41-Jährige soll die Zukunft des Klubs an vorderster Front mitgestalten. Dabei kann sie auf ein Netzwerk zurückgreifen, das im deutschen Fußball seinesgleichen sucht.
Krüger kommt vom FC Bayern, wo sie zuletzt als Senior Leading Expert Sport Strategy & Development tätig war. In dieser Funktion arbeitete sie eng an strategischen Themen im Vorstandsbereich Sport, beschäftigte sich mit Nachwuchsfragen und unterstützte Campus-Leiter Jochen Sauer.
Zuvor genoss sie als Teammanagerin des deutschen Rekordmeisters über viele Jahre einen exzellenten Ruf. Diverse Weltklasse-Trainer wie Jupp Heynckes, Pep Guardiola und Carlo Ancelotti schätzten Krüger sehr. Auch innerhalb der Mannschaft galt sie als wichtige Ansprechpartnerin.
Entsprechend naheliegend war auf ihrer Antritts-Pressekonferenz die Frage, ob der HSV künftig verstärkt von ihren Kontakten an die Säbener Straße profitieren könnte. Konkret ging es um mögliche Transfers von Bayern-Profis oder Talenten in den Volkspark. Krüger reagierte mit einem vielsagenden Lächeln und einer bemerkenswert offenen Antwort: „Wenn sie in unsere Strategie passen und in dem Moment der Spieler- und Vereinsfit da ist, dann spricht definitiv nichts dagegen.“ Eine klare Absage klingt anders.

HSV-Bayern-Pipeline noch keine Erfolgsgeschichte
Tatsächlich haben sich die Hamburger in den vergangenen Jahren bereits mehrfach bei den Münchnern bedient. Der ganz große Erfolg blieb dabei allerdings aus. US-Nationalspieler Julian Green konnte die Erwartungen während seiner Leihe 2014/15 nicht erfüllen. Manuel Wintzheimer kam zwischen 2018 und 2022 immerhin auf 72 Pflichtspiele für den HSV, entwickelte sich aber nie dauerhaft zum Stammspieler. Adrian Fein überzeugte in der Hinrunde seiner Leihsaison 2019/20, ging anschließend jedoch gemeinsam mit dem Team unter. Im Gedächtnis blieb auch das enttäuschende Engagement von Daniel Peretz: Der israelische Torhüter verlor das Duell gegen Daniel Heuer Fernandes und verließ den Verein sichtlich frustriert nach nur wenigen Monaten .
Trotz dieser durchwachsenen Bilanz könnte die Verbindung zwischen Hamburg und München in Zukunft eine neue Dimension erreichen. Denn kaum jemand kennt die Strukturen, Verantwortlichen und Talente des FC Bayern so gut wie Krüger. Sie weiß daher besser als jede andere Person, dass der deutsche Meister Jahr für Jahr über einen großen Pool hochveranlagter Jung-Kicker verfügt. Nach den Aussagen der neuen HSV-Sportvorständin erscheint es daher durchaus denkbar, dass künftig vermehrt Bayern-Talente im Volkspark landen werden.

