Zur Enttäuschung vieler HSV-Fans fehlte der Name Nicolas Capaldo, als Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni vor einer Woche seinen endgültigen WM-Kader bekannt gab.
In das vorläufige Aufgebot mit 55 Spielern hatte es der Hamburger noch geschafft. Entsprechend groß waren die Hoffnungen, dass Capaldo auch zu den 26 Auserwählten für die Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko zählen würde. Doch letztlich verzichtete Scaloni auf die Dienste des 27-Jährigen.
Für die beiden Testspiele gegen Honduras und Israel steht Capaldo allerdings im Kader. Die Partien finden am 7. und 10. Juni in Miami beziehungsweise Dallas statt und markieren die letzten Länderspiele vor dem WM-Auftakt der Albiceleste am 17. Juni gegen Algerien. Insgesamt nominierte Scaloni dafür 35 Profis, um auf mögliche Verletzungsausfälle reagieren zu können. Anschließend dürfte sich Capaldo nach aktuellem Stand in den wohlverdienten Sommerurlaub verabschieden.
Ganz ausgeträumt ist der WM-Traum des HSV-Stars jedoch noch nicht. Der Weltmeister von 2022 kämpft derzeit mit hartnäckigen Verletzungssorgen, die auch die Defensive betreffen. So fehlt neben Tottenham-Star Cristian Romero, der in den kommenden Tagen ins Training zurückkehren dürfte, auch Backup-Rechtsverteidiger Gonzalo Montiel. Der 29-Jährige wurde in diesem Jahr bereits zweimal von einem Muskelriss außer Gefecht gesetzt, weshalb seine Teilnahme an der WM weiterhin alles andere als gesichert ist.

HSV-Ass Capaldo kann weiter hoffen
Weitere Hoffnung auf eine WM-Teilnahme Capaldos lieferte am Mittwochabend ein Beitrag des argentinischen Sportjournalisten Hernán Castillo. Der Reporter schrieb auf X, dass Capaldo neben Máximo Perrone und Emiliano Buendía zu den drei Spielern mit den besten Chancen auf eine Nachnominierung zähle. Dies „begründe“ sich durch die Verfassung der angeschlagenen Leandro Paredes, Nico Paz und eben Montiel.
Sollte Letzterer also nicht rechtzeitig zum WM-Start fit werden, könnte Capaldo tatsächlich noch den Sprung von der Warteliste in den endgültigen Kader schaffen. Dabei dürfte ihm vor allem seine enorme Vielseitigkeit in die Karten spielen: Der HSV-Profi kann sowohl als Rechts- und Innenverteidiger als auch im zentralen Mittelfeld eingesetzt werden.
Dass genau diese Qualitäten noch von Bedeutung sein könnten, glaubt auch Andreas Geipel. Der Filmemacher gilt als ausgewiesener Kenner des argentinischen Fußballs und verantwortet seit 2009 bei transfermarkt.de die Marktwerte der Primera División. „Capaldo wäre als vielseitiger Ersatzspieler wertvoll, der gleich drei Positionen abdecken kann. Außerdem sind seine Motorfähigkeiten (Laufstärke, Pressing) unter extremen Temperaturen ein starkes Argument. Gerade bei Turnieren mit großer Hitzebelastung und einer Vielzahl an Spielen bis zum erhofften Titel benötigt Scaloni jemanden, der auch über 90+ Minuten ein hohes Tempo gehen und die Mannschaft physisch tragen kann“, erklärte Geipel gegenüber Nur die Raute.
Noch sind solche Szenarien allerdings reine Gedankenspiele. Zunächst gilt es für Capaldo, sich in den Testspielen gegen Honduras und Island zu empfehlen – und gleichzeitig darauf zu hoffen, dass die Verletzungssorgen seiner Konkurrenten nicht abreißen.

