Der VfL Wolfsburg stieg überraschend aus der Bundesliga ab. Beim Neuanfang hätten gleich mehrere ehemalige HSV-Trainer eine zentrale Rolle spielen können.
Dieter Hecking verantwortete an der Seitenlinie den Endspurt, führte die zu seinem Amtsantritt taumelnden Wölfe zumindest in die Relegation, wo sie nach zwei schwachen Auftritten dem SC Paderborn unterlagen (0:0/1:2 n.V.). Der 61-Jährige – in der Corona-Saison 2019/20 mit dem HSV am Aufstieg gescheitert – gilt aktuell als Favorit auf den Posten des Geschäftsführers Sport und wäre damit auch für die Trainerwahl verantwortlich.
Nach Abendblatt-Informationen galt Tim Walter als heißer Kandidat. Angeblich habe ihm sogar schon ein konkretes Angebot vorgelegen. Eiin Dementi aus Wolfsburger Kreisen. Die 2. Bundesliga kennt Walter bestens, absolvierte dort bereits 152 Begegnungen. Erst in den vergangenen Monaten rehabilitierte er sich eindrucksvoll, indem er Holstein Kiel vor dem Gang in die 3. Liga bewahrte.

HSV: Walter schnupperte zweimal am Aufstieg
Walter holte 17 Punkte aus zwölf Partien, wobei eine Serie von vier Siegen hintereinander dem Weg zum vorzeitigen Klassenerhalt ebnete. Trotz der Erfolge brauchten Verein und Trainer einige Wochen, um sich auf eine weitere Zusammenarbeit zu einigen. Erst am Freitagabend berichtete Sky-Reporter Florian Plettenberg, dass bald die Unterzeichnung des neuen Arbeitspapiers erfolgen soll.
Für die zähen Verhandlungen zeigte sich vor allem der für seinen auf Dominanz basierenden Ballbesitzstil bekannte Walter verantwortlich, der den Anspruch besitzt, eine Mannschaft zu trainieren, die ins Aufstiegsrennen eingreifen kann. Die Voraussetzungen wären in der Autostadt wesentlich günstiger gewesen. Der VfL greift mit über 30 Millionen Euro auf den mit Abstand höchsten Personaletat der 2. Bundesliga zurück. Zum Vergleich: Holstein Kiel steht nicht einmal die Hälfte zur Verfügung.
Nur die Raute – von HSV-Fans für HSV-Fans
In den kommenden Tagen wird sich klären, wer die Geschicke des Aufstiegsfavoriten Nummer eins lenken wird. Neben Walter wurden auch der mit dem FC St. Pauli abgestiegene und noch über seine Zukunft nachdenkende Alexander Blessin sowie Tobias Strobl (SC Verl) – ähnlich offensiv wie der gebürtige Bruchsaler ausgerichtet – mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht.
Foto: IMAGO

