Mit Kofi Amoako hat der HSV frühzeitig seinen ersten Neuzugang präsentiert. Experten trauen dem Youngster eine ganze Menge zu.
Einer, der den 21-Jährigen besonders gut kennt, ist Daniel Bauer. Der Ex-Trainer des VfL Wolfsburg, der ausgerechnet nach der 1:2-Niederlage gegen den HSV im März seinen Job verlor, spart nicht mit Lob.
Als ehemaliger U19-Coach der Wölfte begleitete er Amoako über mehrere Jahre eng und gilt als wichtiger Förderer. Bis heute stehen beide regelmäßig in Kontakt. Entsprechend deutlich fällt Bauers Einschätzung zum Wechsel nach Hamburg aus.
„Kofi ist ein Sechser-Typ, der fast schon ein wenig ausgestorben ist“, sagt Bauer im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt. In einer Zeit, in der viele Mittelfeldspieler möglichst vielseitig interpretiert werden, sieht er Amoako im positiven Sinne als Spezialisten. Besonders hebt Bauer dessen Präsenz gegen den Ball hervor: „Er ist ein Zweikampftier mit einem guten Timing beim Tackling.“
Timotheus Eimert von der Sächsischen Zeitung ergänzt: „Er gewinnt die wichtigen Zweikämpfe, kann hervorragend und vor allem fair grätschen“

Bauer gratuliert HSV zum Transfer
Doch Amoako bringe weit mehr mit als reine Robustheit. Bauer beschreibt ihn als strategisch denkenden Mittelfeldspieler mit gutem Gespür für Räume und Balance. „Er ist unglaublich gut organisiert, hat den Blick für die Restverteidigung“, sagt der 43-Jährige und ergänzt, dass der deutsche U20-Nationalspieler gleichzeitig „auch richtig gut kicken“ könne.
Für den HSV könnte er dementsprechend wertvoll werden. Hinter Nicolai Remberg dürfte Amoako zunächst als Herausforderer aufgebaut werden, mittelfristig aber auf mehrere Rollen im zentralen Mittelfeld vorbereitet sein. Bauer glaubt, dass ihm diese Entwicklung gelingen kann.
Es helfe, dass Amoako einen guten Charakter habe. „Kofi ist total bodenständig und zuverlässig. Ein harter Arbeiter, der in jedem Training Vollgas gibt“, sagt Bauer. Gerade dieser Mix aus Mentalität, taktischem Verständnis und Entwicklungspotenzial macht den Transfer aus seiner Sicht besonders spannend. Sein Fazit fällt daher eindeutig aus: „Das ist für mich eine sehr gute Kaderplanung und ein smarter Transfer.“

