Im Volkspark soll rund um die Hamburger Olympiabewegung ein neues Stadion gebaut werden – nach Vorstellung von Sportsenator Andy Grote sogar unabhängig von der Austragung.
Der Traum von Olympischen und Paralympischen Sommerspielen in Hamburg könnte sich nämlich bereits am 31. Mai erledigt haben, falls die Bürger sich mehrheitlich gegen eine Bewerbung für die Auflagen 2036, 2040 oder 2044 entscheiden würden. Bereits 2015 stimmten sie zu 51,6 Prozent mit „Nein“, als sich die Hansestadt für die Sommerspiele 2024 in Stellung brachte.
Von der erneuten Bewerbung ist der Hamburger SV direkt betroffen. Denn in der Nähe des Volksparkstadions soll eine Multifunktionsarena mit rund 70.000 Plätzen entstehen. Der Verein würde nach der Durchführung des größten Sportereignisses der Welt als Hauptnutzer fungieren. Daher hat er nach Abendblatt-Informationen eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Dabei gehe es nicht nur um die Zuschauerkapazität, sondern auch um die technische Ausstattung, Baukosten sowie ein wirtschaftlich tragfähiges Gesamtmodell.

Champions-League-Finale im neuen HSV-Stadion?
Erst wenn das Gesamtkonzept stehe, würde entschieden werden, wer sich alles am Bau der Arena beteiligen würde. „Es wäre sicher sinnvoll, bei der Realisierung in einer Gesellschaft breiter aufgestellt zu sein. Die Stadt wäre natürlich dabei. Aber wir wollen auch hanseatische Mitkapitalgeber gewinnen, sich hier zu engagieren. Die Stadt geht insbesondere für den Fall, dass Hamburg den Zuschlag für große Spiele bekommt, von einem erheblichen Potenzial an Interessierten aus“, betonte Sportsenator Andy Grote.
Doch auch bei einem Scheitern der Bewerbung will er den Plan aufrechterhalten: „Ohne Olympia wäre es wahrscheinlich herausfordernder, aber richtig bleibt es trotzdem, weil es die Stadt nach vorne bringen würde. Wir würden alles daransetzen, es in jedem Fall umzusetzen.“ Der HSV würde als „professionellster und naheliegendster Partner“, eine zentrale Rolle einnehmen. Doch auch die Ausrichtung eines Champions-League-Finals oder anderer Großveranstaltungen soll in der nach den Sommerspielen laufbahnfreien neuen Arena ermöglicht werden.
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Die Fans sollen trotz der hohen Ansprüche laut Grote ebenfalls miteingebunden werden. Neben der erhöhtem Fassungsvermögen, könne es auch mehr Stehplätze, mehr geschlossene Innenräume sowie mehr Platz für das Vereinsmuseum geben. Darüber hinaus stellte Vorstand Eric Huwer auf der Mitgliederversammlung im Februar klar: „Wir werden unser geliebtes Volksparkstadion nur unter einer sehr simplen Bedingung verlassen: Wenn sich die Situation für uns in jeglicher Hinsicht verbessert. Das ist die Grundlage, zu der wir mit der Stadt in die Gespräche treten.“ Dementsprechend ist es noch ein weiter Weg, bis die Konstruktion eines neuen Stadions an Fahrt aufnimmt.
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