Am letzten Spieltag durfte Winter-Neuzugang Sander Tangvik sein Debüt für den HSV geben und überzeugte dabei auf ganzer Linie.
Der Schlussmann besaß mit sieben teils herausragenden Paraden maßgeblichen Anteil am Punktgewinn. Unter anderem parierte er einen Foulelfmeter von Patrik Schick, indem er frühzeitig die Ecke ahnte und den halbhohen Versuch abwehrte. „Beim Elfmeter habe ich im Moment entschieden. Ich habe mir tatsächlich vorher im Hotel seine Elfmeter angeschaut. Mehr kann ich nicht verraten“, berichtete Tangvik nach Spielende.
Dass er überhaupt die Chance erhielt, kam für Außenstehende überraschend. Für Trainer Merlin Polzin hingegen war die Nominierung des für rund 2,5 Millionen Euro Ablöse aus Trondheim losgeeisten Tangvik sowie die gezeigte Leistung eine logische Folge: „Er hat ab dem ersten Training gezeigt, dass sich das Investment in ihn gelohnt hat. Er hat nicht nur „Ferro“ und die Mannschaft besser gemacht, sondern auch sich selbst. Von Tag zu Tag wurde er besser. Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir das über das Trainingszentrum hinaus in Fußball-Deutschland registrieren.“

Rutscht Tangvik in den WM-Kader?
Mittelfeldspieler Nicolai Remberg geriet ebenfalls ins Schwärmen: „Er war heute unglaublich – wie er als Ersatztorwart am letzten Spieltag so performt. Das war eine absolut tolle Leistung von ihm.“ Polzin sprach weiter von einem „riesigem Ausrufezeichen“. Sein Trainerteam könnte in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit nämlich vor eine schwierige Entscheidung gestellt werden. Tangvik scheint in dieser Form mehr als nur ein Herausforderer für Daniel Heuer Fernandes, dessen Vertrag sich mit dem Klassenerhalt verlängert haben soll, sein.
Der Stammtorwart spielte eine blitzsaubere Saison und rettete dem HSV so manch wichtigen Zähler im Abstiegskampf. Neuen Druck erhält er durch den zehn Jahre jüngeren Norweger, der sich zunächst noch mit einem anderen hochkarätigen sportlichen Thema beschäftigen wird. Tangvik gehörte schon mehrfach dem Kader der Nationalmannschaft an, wurde aber im März aufgrund mangelnder Spielpraxis nicht berücksichtigt.
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In den kommenden Tagen wird Ståle Solbakken seine Auswahl für die Weltmeisterschaft bekanntgegeben. Polzin hielt daher nochmals ein kurzes Plädoyer für seinen Schützling: „Die norwegische Nationalmannschaft kann sich auf ihn verlassen, wenn sie ihn braucht. Er ist bereit, etwas weniger Urlaub zu machen.“ Er dürfte gespannt verfolgen, ob neben Superstars wie Erling Haaland oder Martin Ødegaard auch Tangvik die erstmals seit 28 Jahren für das Endturnier qualifizierten Skandinavier in Nordamerika vertreten wird.
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