Vor dem Nordderby zwischen Werder Bremen und dem HSV sorgt Daniel Thioune für klare Fronten. Zumindest vorübergehend verabschiedet er sich auch von der engen Verbindung zu seinem früheren Weggefährten Merlin Polzin.
Dabei ist das Verhältnis der beiden Trainer eigentlich von großer Wertschätzung geprägt. Beide arbeiteten bereits beim VfL Osnabrück zusammen und wechselten 2020 gemeinsam in den Volkspark. Polzin hatte noch vor wenigen Wochen betont: „Ich habe Daniel extrem viel zu verdanken.“
Umso bemerkenswerter sind nun die Worte aus Bremen. Thioune stellte (via Deichstube) unmissverständlich klar: „Am Wochenende sind wir keine Freunde.“ Zwar schob der Werder-Coach mit einem Augenzwinkern hinterher, dass das „freundschaftliche Verhältnis“ nur in Ausnahmefällen leiden würde, doch seine Kernbotschaft blieb eindeutig. Denn im Abstiegskampf gehe es um weit mehr als persönliche Sympathien. „Wir müssen einfach punkten“, forderte Thioune und unterstrich die enorme Bedeutung des Spiels.

Ex-HSV-Coach stellt klar: „Ich bin Grün-Weißer“
Tatsächlich ist die Ausgangslage extrem brisant. Nach der 1:3-Niederlage in Köln steht Werder als 15. unter großem Druck, der Abstand auf den Relegationsplatz liegt bei gerade einmal drei Zählern. Gleichzeitig bietet das direkte Duell die Chance, nach Punkten mit dem HSV gleichzuziehen. „Dieses Derby hat einen ganz anderen Charakter gewonnen“, erklärte Thioune mit Blick auf die Tabellensituation.
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Für den 51-Jährigen ist das Duell auch emotional aufgeladen. Einst selbst HSV-Coach, verfolgt er nun klare Ziele mit Bremen. „Ich bin meinen Farben verschrieben. Ich bin Grün-Weißer“, stellte er klar. Seine Vergangenheit in Hamburg spiele dabei nur noch eine Nebenrolle.
Stattdessen richtet sich der Fokus voll auf den sportlichen Erfolg – und auch ein Stück Revanche. Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Weggefährten verlor Thioune als Trainer von Fortuna Düsseldorf deutlich mit 1:4. „Das Nordderby ist noch mal ein anderes Regal“, sagte er nun. „Ich nehme es am Ende des Tages auch persönlich.“ Der Höhepunkt seiner Kampfansage folgte zum Schluss: „Freundschaft adé.“ Zumindest für 90 Minuten.

