Es war ein Nordderby, das beim HSV noch lange für Gesprächsstoff sorgte: Gleich mehrere Platzverweise, hitzige Diskussionen und strittige Entscheidungen prägten das 1:3 gegen Werder Bremen im April.
Mittendrin war Schiedsrichter Florian Exner. Damals hatte insbesondere die Rote Karte gegen Philip Otele für großen Hamburger Ärger gesorgt. Auch der aus HSV-Sicht nicht geahndete Kontakt vor Bremens zwischenzeitlichem 2:1 erhitzte die Gemüter. Nicolai Remberg kritisierte anschließend vor allem Exners Kommunikation, während Polzin die Entstehung des Gegentreffers hinterfragte. Co-Trainer Loic Favé wurde sogar des Feldes verwiesen.
Florian Exner und der HSV: Es kommt zum Wiedersehen in Frankfurt
Rund sechs Monate später kommt es nun zum Wiedersehen. Der 36-Jährige leitet am Sonntag (17.30 Uhr, DAZN) das Bundesliga-Duell zwischen Eintracht Frankfurt und den Rothosen. Doch wie blickt Polzin auf die erneute Begegnung? „Ich bin niemand, der monatelang nachtragend ist“, stellte der 35-Jährige am Freitag klar (via Mopo). „Das ist eine Eigenschaft, die ich von meinen Eltern glücklicherweise nicht mitbekommen habe – sondern eher im Gegenteil.“
Entscheidend sei für ihn vielmehr, wie Unparteiische mit Fehlern umgehen. So habe Exner offenbar eingeräumt, die Szene vor dem zweiten Bremer Treffer falsch bewertet zu haben. „Und dann ist es für mich okay, wenn man sagt: ‚Es war ein Fehler, ich habe es in der Situation anders gesehen‘“, erklärte Polzin.

Für einen gezielten persönlichen Austausch vor dem Anpfiff gebe es daher keine Notwendigkeit. „Ich werde am Sonntag nicht vorher noch mal mit dem Schiedsrichterkollegen sprechen und etwas von Beginn des Jahres herausholen“, kündigte der HSV-Trainer an. Stattdessen wolle er sich auf die eigene Mannschaft und deren Leistung konzentrieren.
Nach den strittigen Entscheidungen beim 0:1 in Paderborn und dem jüngsten Pokalaus gegen Frankfurt (1:3) ist der Hamburger Wunsch für Sonntag ohnehin klar sein: „Ich freue mich darauf, wenn wir hinterher im besten Fall nicht wieder diese Diskussionen haben – sondern von einer guten Leistung des Schiedsrichters und hoffentlich beider Mannschaften sprechen können.

