Dass die aktuelle Verletztenwelle den HSV empfindlich trifft, ist unbestritten. Es gibt allerdings Spieler, die davon profitieren.
Dazu gehörte in Abwesenheit der Innenverteidiger Nicolas Capaldo und Jordan Torunarigha zweifelsfrei auch Shafiq Nandja. Das 19-jährige Eigengewächs, das im Sommer seinen ersten Profivertrag erhielt, kommt derzeit auf wesentlich mehr Einsatzzeiten, als dies vor der Saison zu erwarten gewesen wäre. Wettbewerbsübergreifend bringt es Nandja auf beachtliche 388 Pflichtspielminuten, zuletzt stand er gegen den SC Paderborn (0:1) und Eintracht Frankfurt (1:3) über jeweils 90 Minuten auf dem Platz.
Der 1,95m-Hüne verfügt unbestritten über großes Potenzial. Für sein junges Alter ist er körperlich sehr weit, dazu kommen Schnelligkeit und nicht zu unterschätzende Qualitäten am Ball. Trotzdem macht Nandja natürlich auch Fehler – zum Beispiel gegen Frankfurt, als er vor dem 0:2 eine Flanke völlig falsch einschätzte und sich anschließend von Jonathan Burkardt düpieren ließ.

„Daraus werden sie für die nahe Zukunft viel lernen“, sagte HSV-Coach Merlin Polzin nach der Partie über Nandja und den ebenfalls blutjungen Jason Bisi-Mouelle. „Sie haben sich aufgrund der Verletztensituation voll in den Dienst der Mannschaft gestellt.“
HSV-Talent Nandja im Fokus von Togo
Auch außerhalb des Volksparks scheinen Nandjas Auftritte für Aufmerksamkeit zu sorgen. Ende September wollte ihn Togo für die U23-Nationalmannschaft nominieren. Der Teenager sagte jedoch ab – der Bild zufolge, um sich voll und ganz auf seine Aufgabe beim HSV zu konzentrieren. Trotzdem soll das Interesse des togolesischen Verbands ungebrochen sein. Schon im November könnte er erneut eine Einladung erhalten.
Doch noch ist völlig ungeklärt, ob Nandja überhaupt für die Westafrikaner spielen möchte. Wegen seines nigerianischen Vaters ist auch eine Länderspielkarriere im Dress der „Super Eagles“ möglich. Ein weiterer Faktor ist der DFB: Laut Bild-Informationen fühlt sich der gebürtige Hamburger Deutschland extrem verbunden. Nicht ausgeschlossen also, dass sich Nandja für den viermaligen Weltmeister entscheidet, sollte in naher Zukunft ein Trainer der Junioren-Nationalteams auf ihn zukommen.

