Es war die Aufregerszene des Pokalabends: In der 35. Minute ging HSV-Star Zakaria El Ouahdi nach einem Zweikampf mit Robin Koch im Frankfurter Strafraum zu Boden.
Vehement forderten das Volksparkstadion und die HSV-Bank anschließend einen Strafstoß. Schiedsrichter Tobias Stieler tat den Hamburgern diesen Gefallen jedoch nicht. Auch der Video-Assistent hatte keine Einwände. Dass sich letztlich also zwei verschiedene Instanzen gegen einen Pfiff entschieden, brachte das HSV-Lager nach der 1:3-Niederlage mächtig auf die Palme.

„Für mich ist das ein klarer Elfmeter“, stellte Sportdirektor Claus Costa kurz nach der Partie klar. „Ich weiß nicht, wieso dem Schiedsrichter diese Szene nicht zum Elfmeter reicht – das kann ich nicht nachvollziehen.“ Linksverteidiger Miro Muheim teilte die Meinung seines Sportdirektors und verwies auf insgesamt „zwei Entscheidungen, die, sagen wir mal, nicht für uns entschieden wurden. Das ist natürlich bitter.“
Noch deutlicher wurde Cheftrainer Merlin Polzin. Auf der Pressekonferenz sprach der 35-Jährige von einer „Schlüsselszene“ und brachte sein Unverständnis über den ausgebliebenen Pfiff zum Ausdruck. „Ich habe es aus sämtlichen Perspektiven gesehen und ein Feedback von allen möglichen Leuten bekommen“, so Polzin.
HSV klagt: „Müssen einfach die Tore machen“
Allen Ärger zum Trotz hatten die drei HSV-Protagonisten eine Sache gemeinsam: Sie wollten das Pokalaus nicht mit der Leistung von Schiedsrichter Stieler begründen. „Wir können es nicht ändern, wir haben nicht das Mindset, dass wir uns an Schiedsrichterentscheidungen abarbeiten, wir fangen bei uns an“, machte Costa deutlich.
Etwas konkreter wurde Muheim. „Ich glaube, am Ende müssen wir auch einfach die Tore machen und dann sieht es hier anders aus“, klagte der Schweizer mit Blick auf die zahlreichen ausgelassenen Großchancen. Tatsächlich kreierte der HSV gegen die Eintracht satte 2,95 Expected Goals – so viele wie noch nie in dieser Saison. Auch Polzin attestierte seiner Mannschaft „viel Mut, viel Energie und viel Zug nach vorne.“
Das entscheidende Manko: Der erhoffte Achtelfinal-Einzug und damit eine Prämie von 913.000 Euro blieben aus. Von seiner ordentlichen Leistung kann sich der HSV also im wahrsten Sinne des Wortes nicht viel kaufen.

