Früher zauberte Piotr Trochowski regelmäßig mit dem Ball am Fuß. Inzwischen greift der ehemalige HSV-Profi viel lieber zum Pinsel.
Der 42-Jährige hat sich nach seiner aktiven Fußballkarriere der Malerei verschrieben und präsentiert seine Werke erstmals in seiner Heimatstadt Hamburg. In der MUMA Gallery können Besucher den früheren Nationalspieler von seiner kreativsten Seite begutachten.
Rund 40 Bilder hat Trochowski bislang geschaffen. Dabei beschränkt er sich keineswegs auf einen bestimmten Stil: Sein Repertoire reicht von abstrakter Kunst über Impressionismus und Symbolismus bis hin zu Pop Art. Am liebsten arbeitet er mit Acryl auf Leinwand. Dafür hat er sein Hamburger Wohnzimmer in ein lichtdurchflutetes Atelier verwandelt.

Ganz neu ist diese Leidenschaft nicht. „Ich habe schon in meiner Zeit als Profifußballer gezeichnet oder gemalt. Seit dreieinhalb Jahren habe ich das nun intensiviert“, wird Trochowski von der Bild zitiert. Zwischen Fußball und Kunst sieht er durchaus Gemeinsamkeiten, vor allem bei den handwerklichen Grundlagen. „Profisport und Kunst verlangen beide Technik, Disziplin und Präzision“, sagte er. Es gebe jedoch einen entscheidenden Unterschied: „Während man auf dem Platz jeder Bewegung taktischen Vorgaben folgt, bedeutet Kunst für mich Freiheit.“
Beim Malen könne er abschalten und sich ganz dem Entstehungsprozess widmen. „Der Prozess des Malens erfüllt mich, macht mich glücklich“, berichtete der frühere Mittelfeldspieler. Woher einzelne Ideen stammen, könne er selbst nicht immer erklären. Auch eine gemalte Papierkugel, die Erinnerungen an das bittere HSV-Aus im UEFA-Cup-Halbfinale gegen Werder Bremen 2009 weckt, sei intuitiv entstanden. Seine Werke sind auch käuflich: Die Preise liegen zwischen 800 und 6.400 Euro.
Den HSV verfolgt Trochowski weiterhin
Ganz losgelassen hat den Fußball der gebürtige Pole aber nicht. Zwischen 2005 und 2011 absolvierte er für den HSV 259 Pflichtspiele und erzielte 36 Tore. In der vergangenen Saison hielt er vor dem Duell mit dem FC Bayern (2:2) eine Motivationsrede vor der Mannschaft. „Das war eine tolle Sache, hat großen Spaß gemacht“, erinnerte er sich. Auch heute verfolgt Trochowski seinen Ex-Klub. Seine Einschätzung: „Merlin Polzin und sein Trainerteam haben einen richtig guten Job gemacht.“

