Bringen Personalnot und Albtraumsaisonstart den HSV-Coach zum Umdenken? Merlin Polzin hat verraten, wie er über das Gedankenspiel vieler Fans denkt, aus der Dreier- eine Viererkette zu machen.
Denn eine der größten Kaderschwachstellen des HSV bleibt auch nach dem Transferendspurt die Innenverteidigung. Polzin hat hier nicht allzu viele Optionen. Dazu kommt, dass für die Grundordnung des HSV immer drei Innenverteidiger gleichzeitig auf dem Platz stehen müssen – fällt einer aus, wird es bereits eng. Ein mögliches Gegenmittel: die Viererkette.
Als die Frage nach der Grundordnung bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Köln (Samstag, 15.30 Uhr) aufkam, fühlte der HSV-Coach sich an die Diskussion von vor einem Jahr erinnert. Der Saisonstart verlief damals ebenfalls ziemlich mäßig, weshalb sich zügig die Frage nach einer Veränderung stellte.
HSV mit Engpass in der IV
„Natürlich müssen wir uns immer an die Spielerverfügbarkeiten anpassen“, so Polzin. Sind nur noch zwei Innenverteidiger fit, werde es schwierig, drei aufzustellen. Dann müsse eine andere Lösung her. Auch nach den mäßigen Leistungen des Saisonstarts gehe es darum, Dinge anzupassen, statt „blind ins nächste Spiel zu gehen und unsere Ideen durchzudrücken“.

Eine Systemumstellung kommt für ihn erst einmal jedoch nicht infrage. „Es geht weniger darum, etwas Grundsätzliches anzugehen und dadurch eine Verunsicherung zu zeigen.“ Das würde die ausgesprochene Überzeugung – zum Beispiel von der Fünferkette, bestehend aus drei Innenverteidigern und zwei Schienenspielern – mehr oder weniger unglaubwürdig machen.
Polzin hält an Systemidee fest
Das Ziel stattdessen lautet: mit der aktuellen Grundordnung besser zu verteidigen und die Situationen nach vorne konsequenter auszuspielen. Darüber sei sich das Trainerteam mit der Mannschaft einig, versicherte Polzin vor den Journalisten.
Die notwendigen und angedachten Änderungen werden sich also nicht im System äußern. Das Ziel bleibt: Der HSV will in seinen Aktionen klar sein, um erfolgreich Fußball spielen zu können. Ein Umdenken in der Spielidee würde laut Polzin nicht dazu führen, das zu erreichen.
Zunächst wird es also bei der bekannten Dreierkette bleiben. Ob die gegen Köln sattelfester auftritt als zuletzt, hängt von mehreren Faktoren ab – zum Beispiel davon, ob die drei Innenverteidiger ihre individuelle Fehleranfälligkeit in den Griff bekommen. Außerdem wird entscheidend sein, ob die Abstimmung zwischen den beiden Schienen-Neuzugängen, David Møller Wolfe und Zakaria El Ouahdi, besser funktioniert.

