Nach dem verkorksten Saisonstart musste der HSV zuletzt viel Kritik einstecken. Umso wichtiger war der 2:1-Sieg gegen den 1. FC Köln.
„Jetzt sind wir wieder die Geilsten“, tönte Nicolai Remberg mit einem ironischen Unterton, als er sich nach Abpfiff in der Mixed Zone des Volksparkstadions blicken ließ. Damit spielte der Kapitän wohl unter anderem auf die negativ geprägte Berichterstattung der vergangenen Wochen an.
Insgesamt ging der 26-Jährige im Gespräch mit den Medienvertretern durchaus auf Konfrontationskurs. Der geäußerten Auffassung, Köln sei in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft gewesen, widersprach er zunächst. „Was bringt es jetzt nach einem Sieg zu sagen, Köln ist in den ersten 40 Minuten klar besser gewesen“, fragte Remberg später sichtlich genervt und verband das mit einer Aufforderung an die anwesenden Journalisten: „Freut euch doch mal!“

HSV macht „Schritt in die richtige Richtung“
Im weiteren Verlauf des Interviews gab sich der Mittelfeldmann dann aber diplomatischer. Auf die Frage, ob er die Kritik der letzten Tag als zu hart empfunden habe, entgegnete er: „Wenn du zweimal 0:5 verlierst, dann bekommst du gerechtfertigt was zu hören. Das ist glaube ich normal, weil wir es auch nicht gut gemacht haben. Deswegen würde ich nicht sagen, dass es zu hart wahr.“ Trotzdem seien die Reaktionen auf den schwachen Saisonauftakt „nicht ohne“ gewesen.
Durch das Erfolgserlebnis über Köln dürfte sich der HSV nun eine potenziell sehr ungemütliche Länderspielpause erspart haben. Der knappe Sieg katapultierte die Rothosen vorübergehend auf Tabellenplatz 15. Aufsteiger SC Paderborn kann mit einem Sieg über die TSG Hoffenheim am Sonntagabend aber wieder vorbeiziehen. Für den Moment jedoch ist in Hamburg aufatmen angesagt. „Heute haben wir einen sehr guten Schritt in die richtige Richtung gemacht“, erklärte auch Torschütze Yussuf Poulsen im TV-Interview.

