Die Euphorie rund um den HSV ist groß. Mit Fabio Vieira, Zakaria El Ouahdi und David Möller Wolfe präsentierten die Hamburger kurz vor Transferschluss gleich drei prominente Neuzugänge.
Entsprechend optimistisch blicken viele Fans auf die neue Saison. Die Meinung vieler Anhänger: Dieser Kader ist zu stark, um „nur“ gegen den Abstieg zu kämpfen. Doch genau vor dieser Erwartungshaltung warnt Merlin Polzin ausdrücklich. Auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 (Sonntag, 15.30 Uhr) trat der HSV-Trainer auf die Euphoriebremse.
„Wir sind demütig und wissen, dass wir viel arbeiten müssen, um dahin zu kommen, wo uns vielleicht der eine oder andere schon sieht“, erklärte der 35-Jährige. Und weiter: „Da sind wir noch ein ganzes Stück weit von entfernt. Ich glaube, den Realismus sollte auch jeder hier an den Tag legen.“
Polzin will sich also nicht auf neue Saisonziele oder gar höhere Tabellenregionen festlegen lassen. Stattdessen liegt der Fokus unverändert auf dem Klassenerhalt. Der insgesamt souveräne Ligaverbleib der vergangenen Saison soll um jeden Preis wiederholt werden. Die ersten Punkte auf diesem Weg will der HSV gegen Mainz einfahren.

HSV hat „hohen Anspruch“ an sich selbst
Dass die jüngsten Transfers die Qualität des Kaders erhöht haben, steht aber auch für Polzin außer Frage. Besonders Rückkehrer Fabio Vieira hinterließ in den ersten Trainingseinheiten einen starken Eindruck. Der Portugiese habe „in der Woche jetzt schon gezeigt, was in ihm steckt“, sagte der Trainer. Gleichzeitig wolle „die Jungs erstmal ankommen lassen“.
Grundsätzlich wähnt Polzin den HSV weiterhin auf dem Weg, der den Klub in den vergangenen Monaten erfolgreich gemacht hat. „Wir haben in der jüngsten Vergangenheit viele gute Entscheidungen getroffen, weil wir sehr bodenständig agiert haben“, betonte er. Weniger entscheidend sei dabei gewesen, „was von außen für ein Alarm gemacht wurde“.
Trotz aller Zurückhaltung mangele es aber nicht an Ehrgeiz. „Natürlich“ habe die Mannschaft „einen hohen Anspruch an uns selbst“, so Polzin. Dieser drücke sich allerdings nicht in forschen Ansagen die eigenen Saisonziele betreffend aus.

