Bakery Jatta ist mittlerweile wieder fester Bestandteil des Hamburger Kaders. Anfangs tat er sich mit den ungewohnt hohen sportlichen Anforderungen enorm schwer.
Im Alter von 17 stellte sich der aus Gambia geflohene und über ein Bremer Jugendprojekt weitervermittelte Jatta beim damals von Bruno Labbadia trainierten HSV vor. Beim Probetraining im Januar 2016 stieß er schnell an seine Grenzen. „Es war so hart, so intensiv und so viel schneller als alles, was ich zuvor erlebt hatte. Ich war völlig tot, habe mich danach hinter der Sauna im Ruheraum hingelegt und bin tief und fest eingeschlafen“, berichtete der Flügelspieler im kicker-Interview.
Womöglich wäre das Kapitel HSV für ihn schnell wieder beendet gewesen. Doch „zum Glück gab es René Adler. Der hat mich überall gesucht und dann geweckt“, fuhr der somit an der nächsten Einheit mitwirkende Jatta fort. Letztlich sei es für ihn der Beginn einer „unglaublichen Reise“ gewesen. Zum 01.07.2016 erhielt er einen Profivertrag. Ein Dreivierteljahr später folgte bei der Derby-Niederlage in Bremen (1:2) das Bundesliga-Debüt.

Jatta: Positionswechsel für HSV-Verbleib
An der Seitenlinie stand dann schon Markus Gisdol – einer von insgesamt elf Trainern, mit denen sich Jatta beim HSV auseinandersetzen musste. „Ich habe von jedem etwas mitgenommen für die Karriere, für das Leben“, so Jatta. Hervor hob er Labbadia: „Er war der erste, hat mir diese riesige Chance gegeben. Dafür werde ich ihm immer dankbar sein.“ Darüber hinaus sei der gleich zweimal für den HSV arbeitende Labbadia „ein beeindruckender Mensch“, der einerseits „wahnsinnig viel“ verlange, andererseits aber „sehr kommunikativ“ gewesen sei und Jatta „ganz viel“ geholfen habe.
Im Winter 2024 wäre es beinahe zur Reunion gekommen. Labbadia wurde kurzzeitig als Favorit auf die Nachfolge von Steffen Baumgart gehandelt. Letztlich übernahm Merlin Polzin, führte den HSV erst zurück in die Bundesliga und dann ungefährdet zum Klassenerhalt. Jatta spielte unter dem aktuellen Coach zunächst eine untergeordnete Rolle, trainierte vor einem Jahr sogar abseits der Mannschaft.
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Doch das Hamburger Stehaufmännchen gab sich nicht auf und nahm sogar eine Umschulung vom Rechtsaußen zum Schienenspieler, wo die Stammbesetzung nicht unbedingt zu überzeugen wusste, in Kauf. „Es war ein langer Prozess mit vielen Gesprächen, mit vielen Videostunden. Dann haben Merlin und sein Trainerteam das, was wir auf Video angeschaut haben, auf dem Platz umzusetzen versucht“, erklärte Jatta.
„Ich musste ganz viel lernen. Aber Fleiß war immer eine Stärke von mir, ich hatte meine ganze Energie in diese Aufgabe gelegt, die Position zu lernen.“ Mit Erfolg: Jatta absolvierte in seiner neuen Rolle seit Dezember 2025 immerhin 15 Bundesliga-Partien und scheint derzeit – auch mangels Konkurrenz – gesetzt in der Hamburger Startelf.
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